Das einsame Genie - für kaum einen Architekten der Moderne gilt dieses Wort weniger als für Le Corbusier, einen der radikalsten und umstrittensten Vertreter seiner Kunst. Schon früh zog der charismatische "Corbu" junge Architekten aus aller Welt an, die voller Leidenschaft in seinem Atelier zeichneten, ihm in mageren Zeiten neue Aufträge verschafften und nach seinem Tod sein Erbe verwalteten. Wer waren die collaborateurs, woher kamen Sie? Was haben sie für ihn und sein Werk getan? Konnten sie sich von seinem Einfluss lösen, sind sie selbst zu bedeutenden Architekten geworden? Aus der Vielzahl von Mitarbeitern greift Ursula Muscheler die wichtigsten heraus - darunter Oscar Niemeyer, Albert Frey und José Luis Sert - und verfolgt ihre Lebensläufe parallel zum dem Le Corbusiers.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014
Vor lauter Begeisterung für Le Corbusier verliert Rezensent Dieter Bartetzko ein bisschen die Autorin aus dem Blick. Ihr aber hat er doch die Erkenntnisse den Meister und sein strenges Regime betreffend zu verdanken. Vieles, was Ursula Muscheler in ihrem Band zusammenstellt, sei bekannt, erklärt Bartetzko zwar. Doch weiß er auch, dass erst die Autorin den Daten und Anekdoten mit System Schärfe verleiht. Unter welchen Bedingungen die architektonische Moderne im Fall Le Corbusier zustande kam - hier steht's, lässt uns die Besprechung vermuten.
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