Jean Echenoz

Unsere Frau in Pjöngjang

Roman
Cover: Unsere Frau in Pjöngjang
Hanser Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783446256798
Gebunden, 272 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel. Constance, attraktiv, ungebunden, einem Abenteuer nicht abgeneigt, wird überfallen und verschleppt - im Auftrag des französischen Geheimdienstes: Sie soll die Schlüsselrolle in einer riskanten Mission spielen. Ziel: die Destabilisierung Nordkoreas. Constance erweist sich als Idealbesetzung und läuft in Pjöngjang als Geliebte eines hochrangigen Funktionärs zur Hochform auf. Doch als ihre Entführer plötzlich versuchen, ihr zur Flucht zu verhelfen, läuft alles aus dem Ruder. Einige Verfolgungsjagden und Schießereien später weiß niemand mehr, wer hier welche Strippen zieht und warum.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2017

Jean Echenoz ist weit mehr als ein Meister des Realismus, versichert Rezensent Albrecht Buschmann, der einmal mehr staunt, wie brillant der französische Autor Flaubert mit Diderot vereint. Denn Echenoz dechiffriert die Wirklichkeit, weiß der Kritiker, der in diesem handlungsreichen Thriller einem alternden General und einem jungen Offizier folgt, die an der Entführung einer unbescholtenen Frau beteiligt sind, um diese schließlich als Agentin nach Nordkorea zu schicken. Neben der Detailverliebtheit des Autors bewundert der Rezensent insbesondere, wie Echenoz immer wieder die fiktionale Ebene bricht, indem er etwa den Erzähler den Leser direkt ansprechen lässt. Und wie Hinrich Schmidt-Henkel Echenoz' ebenso kunstfertige wie lakonische Sprache in der deutschen Übersetzung zum Tanzen bringt, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab.