Kristof Magnusson

Die Reise ans Ende der Geschichte

Roman
Cover: Die Reise ans Ende der Geschichte
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2026
ISBN 9783608966688
Gebunden, 288 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Ein Doppelagent will in Kasachstan ein letztes großes Ding drehen, ein Dichter hofft auf das Abenteuer seines Lebens und eine Italienischlehrerin versucht, das Schlimmste zu verhindern. Anfang der 90er Jahre ist die Welt eine Verheißung und Jakob Dreiser mittendrin: Der junge Dichter wird in Rom für sein Werk gefeiert, der Kalte Krieg ist endlich Geschichte und die russische Botschaft lädt zum Gartenfest mit Krimsekt und Piroggen. Die Welt strebt nach Frieden und Glück - und diesmal scheint sie es ernst zu meinen. Dieter Germeshausen dagegen kann sein Pech kaum fassen. Jahrelang war er Geheimdienstmitarbeiter und Doppelagent, nun muss er dringend untertauchen. Ausgerechnet jetzt, wo er zum ersten Mal verliebt ist. Germeshausen braucht einen Plan, so viel steht fest. Und er braucht Jakob Dreiser. Denn für seinen großen Coup gibt es keine bessere Tarnung als einen international gefeierten Dichter. Eine Geschichte über Sehnsüchte, Täuschungen und das Scheitern im Moment der vermeintlichen Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.02.2026

"Endlich ein Abenteuer", ruft der sehr angetane Rezensent Oliver Jungen angesichts des neuen Romans von Kristof Magnusson aus, in dem allerhand Verrücktes passiert: Sein Protagonist Jakob Dreiser ist ein erfolgreicher (!) deutscher Schriftsteller, schon das bringt Jungen zum Lachen. Er ist aber auch Spion, seit ihm das Dichten ein bisschen öd geworden ist, sein Rekrutor Germeshausen steht dem nun neu einsetzenden Frieden skeptisch gegenüber und möchte sich mittels einer wilden Hubschrauber-Kaufaktion absetzen, lesen wir. Ein kluger Kniff ist es für Jungen auch, die Handlung nicht etwa in den Kalten Krieg zu setzen, sondern in die unmittelbare Zeit danach: Die Wendezeit ermöglicht ein breites Spektrum an Gefühlen zwischen Euphorie und erneuter Verdüsterung der Geschichte. Dass es Magnusson nicht um psychologische Tiefenbohrungen geht, ist dem Kritiker ganz recht - er empfindet in dieser atmosphärisch dichten und spannungsreichen Geschichte ein "köstlich befellmütztes Lesevergnügen".

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.02.2026

Rezensent Paul Jandl lobt Kristof Magnussons Roman "Die Reise ans Ende der Geschichte" als klug-komische Spionagegeschichte über die frühen neunziger Jahre, in der Leichtigkeit und Bedrohung eng beieinanderliegen. Er beschreibt, wie der frustrierte BND-Mann Dieter Germeshausen und der Dichter Jakob Dreiser in ein immer absurdes Spiel der Geheimdienste geraten, von der Gartenparty in der russischen Botschaft in Rom bis zu Helikopterdeals und Atombombenangeboten zwischen Kasachstan und St. Petersburg. Für Jandl zeigt Magnusson mit viel Witz, Tempo und satirischer Zuspitzung, wie das "Böse" nach dem Ende des Kalten Krieges scheinbar nur noch als Farce weiterlebt, sich aber rasch wieder stärkt und so die politische Gegenwart vorbereitet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.02.2026

Einen "herrlichen Kolportageroman" hat Kristof Magnusson vorgelegt, jubelt Rezensent Martin Oehlen. In den frühen Neunzigern, als die Mauer gefallen und "die Angst weg" war, wird der junge deutsche Erfolgsautor Jakob Dreiser auf einer Gartenparty der russischen Botschaft von einem frustrierten BND-Mann für den An- und Weiterverkauf eines Militärhubschraubers aus dem einstigen Ostblock angeheuert, lesen wir. Warum sich der Dichter auf das Abenteuer einlässt, bleibe etwas rätselhaft, so Oehlen, vielleicht aus Langeweile am Schreibtisch. Aber Magnusson bringe seine fehlbaren, liebenswerten Figuren mit "freundlichem Witz" näher, ohne sie je bloßzustellen. Der rasante Plot sei eine große Stärke des Romans, durchsetzt von feinen "Entspannungszonen", in denen etwa Dreisers Erinnerungen an den Großvater und dessen Erzählungen von seiner Soldatenzeit vorkommen, schließt der Kritiker. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2026

Einen starken Spionageroman legt Kristof Magnusson in den Augen des Rezensenten Florian Kaindl hier vor. Im Zentrum steht ein Dichter namens Jakob Dreiser, der von einem Mitarbeiter des BND rekrutiert wird und bald im postsowjetischen Russland in allerlei krumme Geschäfte verwickelt ist. Anhand dieser Figur zeichnet Magnusson nach, wie sich die deutsche Politik von Russland um den Finger hat wickeln lassen - Jakob hat viel Spaß im Abenteuerland Russland, der Krimsekt fließt in Strömen, aber das dicke Ende kommt bestimmt. "Spannend wie ein echter John le Carré" ist diese Geschichte, freut sich Kaindl, dem insbesondere die aktuellen politischen Bezüge des Romans sehr gut gefallen zu scheinen.