Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2000
Kersten Knapp liebt das Buch und schätzt den Autor, "ein Meister der Ironie und des Slapsticks". Aber wie ein eifersüchtiger Liebhaber nimmt er Tomeo erst Mal gegen seine Verehrer in Schutz, die seine absurden Geschichten in die düstere Tradition Kafkas stellten: Tomeo locke den Leser eben gern auf eine falsche Fährte. In Wirklichkeit nehme er "die bleischwere Symbowelt" Kafkas "augenzwinkend" auseinander, beharrt Knapp. Auch der närrische Poet in dieser Geschichte, dem legendären Franz von Assisi nachempfunden, kokettiere "in seinen lichten Momenten" mit seinem Wahn und führe imaginäre Interviews mit Tieren, "die ironischer nicht sein könnten". Wenn er sich über die Kälte beklagt, darf man das nicht wörtlich nehmen, so Knapp. Wer im Dezember so tut, als sei schon Mai, müsse eben frieren. Das sei gerade das wunderbare an Tomeo: Auch ein sympathischer Narr bleibt ein Narr.
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