Jason Brennan

Gegen Demokratie

Warum wir die Politik nicht den Unvernünftigen überlassen dürfen
Cover: Gegen Demokratie
Ullstein Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783550081569
Gebunden, 464 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Jason Brennan erhebt eine provokante Forderung: Die Demokratie soll endlich nach ihren Ergebnissen beurteilt werden. Und die sind keineswegs überzeugend. Demokratie führt oft dazu, dass lautstarke Meinungsmacher den Bürgern ihre fatalen Entscheidungen aufzwingen. Zumal die Mehrheit der Wähler uninformiert ist, grundlegende ökonomische und politische Zusammenhänge nicht begreift, aber dennoch maßgeblich Einfluss auf die Politik ausübt. Wir sollten anerkennen, dass das Wahlrecht kein universales Menschenrecht ist, sondern nur verantwortungsvollen, informierten Menschen mit politischen Kompetenzen zusteht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2017

Jason Brennan will unwissende Wähler von den Urnen fernhalten, denn sie können immensen Schaden anrichten, erfahren wir von Michael Zöller, und schließlich dürfe ja auch nur Auto fahren, wer einen Führerschein hat. Eine aus allgemeinen Wahlen hervorgehende Legislative will Brennan zwar akzeptieren, aber einer zweiten Kammer aus Experten ein Vetorecht geben. Rezensent Zöller, der sich auf die amerikanische Ausgabe beruft, fasst diese Vorschläge des Theoretikers Brennan recht lapidar zusammen, er findet sie "weder originell noch erfolgversprechend". Allerdings empfiehlt er die Lektüre des Buches dennoch, weil Brennan doch recht unmissverständlich dokumentiere, zu welcher Unwissenheit und Irrationalität der Souverän fähig sei.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.04.2017

Claus Leggewie reibt sich an dem politischen Philosophen Jason Brennan und seiner Idee von einer Epistokratie. Zwar findet er Brennans Argumentation gegen demokratische Illusionen durchaus schlagkräftig und raffiniert, und fast nimmt er dem Autor ab, dass demokratische Rechte keinen Wert für den durchschnittlichen Bürger haben. Doch die postulierte Herrschaft der Wissenden, wie der Autor sie sich vorstellt, überzeugt Leggewie nicht. Erstens, da der Autor das freie Spiel der Marktkräfte darin idealisiert, zweitens, da er einschlägige Vorteile von Demokratien (verhindern Hungersnöte!) nicht entkräften kann, und drittens, weil er den Rezensenten nicht darüber aufklärt, wie die Epistokraten, also die Klugen unter uns Dummen, ausgewählt werden.
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