Jan Süselbeck

Im Angesicht der Grausamkeit

Emotionale Effekte literarischer und audiovisueller Kriegsdarstellungen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert
Cover: Im Angesicht der Grausamkeit
Wallstein Verlag, Göttingen 2013
ISBN 9783835312715
Gebunden, 520 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Mit ca. 50 Abbildungen. Kriegsdarstellungen handeln von Grausamkeit, von Tätern, Opfern und ihren Gefühlen: Trauer, Empörung, Wut oder Hass. Oft zielen sie darauf ab, bei ihren Rezipienten ähnliche Emotionen hervorzurufen. Damit können sie allerdings scheitern: Selbst Gewalt in "Anti"-Kriegsszenarien kann unfreiwillig euphorisierend wirken. Entscheidend ist, wie die Leidtragenden charakterisiert werden - als Freunde oder als Feinde. Jan Süselbeck analysiert emotionale Effekte der Literatur seit Heinrich von Kleist und Lew N. Tolstoi sowie des "Anti"-Kriegsfilmgenres von Lewis Milestones "All Quiet on the Western Front" bis hin zu Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds". Untersucht wird, wie sich die öffentlichen Erregungen über Gewaltinszenierungen vom 19. Jahrhundert bis zum Folterskandal von Abu Ghraib und dessen Rezeption im Internet gewandelt haben. Das Buch bietet eine emotionswissenschaftliche Geschichte des Kriegs in den Medien.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2014

Diese Kritik liest sich so vernichtend, dass man sich fragt, warum die FAZ sie überhaupt veröffentlicht: Ist ein weiteres Buch über das hundertmal durchgenudelte Thema der Gewaltdarstellungen und -verherrlichung in Medien und Kulturindustrie tatsächlich derart von Belang, dass es unbedingt in der FAZ vorkommen muss? Nein, wenn man Rezensent Martin Maurach glaubt. Jan Süselbecks Ausführungen zum Thema beschreibt er als eitel selbstreferenziell, methodisch unhaltbar und historisch verzerrt durch Rückprojektion heutiger Erkenntnisse und Sichtweisen auf frühere Epochen. Besonders ärgert Maurach, dass Heinrich von Kleist (über den der Rezensent selbst arbeitete, wie eine Google-Recherche ergibt) nun wieder als Militarist und Nazi-Vorläufer dasteht. Nein, dieses Buch ist laut Maurach wirklich überflüssig.

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…
Ulf Poschardt. Bückbürgertum. Westend Verlag, Frankfurt am Main, 2026.Ulf Poschardt: Bückbürgertum
Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…
Elfriede Jelinek. Unter Tieren. Rowohlt Verlag, Hamburg, 2026.Elfriede Jelinek: Unter Tieren
Die Wege des Geldes sind unergründlich. Trotzdem bestimmt es unser Leben, also verfolgt Elfriede Jelinek hartnäckig seine Spur. Von der Bibel bis zu René Benko, von blanker…