Jan Stremmel

Drecksarbeit

Geschichten aus dem Maschinenraum unseres bequemen Lebens
Cover: Drecksarbeit
Knesebeck Verlag, München 2021
ISBN 9783957285157
Gebunden, 192 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen. Die Folgen unseres Konsums, greifbar gemacht anhand eindrücklicher Reportagen aus aller Welt. Im kenianischen Hinterland machen Arbeiterinnen auf einer Rosenfarm Überstunden, weil in Deutschland bald Valentinstag ist. Am Stadtrand von Kalkutta färben Bengalen ohne jede Schutzkleidung Unterhosen für europäische Discounter. Es sind diese Zusammenhänge zwischen unserem Leben im bequemen Europa und der harten Realität in Entwicklungsländern, die Jan Stremmel in zehn dringlichen wie mitreißenden Reportagen schildert. Er zeigt, dass unser Alltag nur möglich ist, weil wir unbequeme Arbeit dorthin ausgelagert haben, dass unser Konsum Teil des Problems ist - und damit auch Teil der Lösung. Innerhalb von fünf Jahren war Jan Stremmel in mehr als vierzig Ländern unterwegs. Fernab touristischer Hotspots oder traumhafter Strände besuchte er Orte, an denen die Auswirkungen unserer globalisierten Welt besonders deutlich sind -Textilfabriken in Asien, ausgetrocknete Seen in Kasachstan oder südamerikanische Kaffeeplantagen. Von seinen Eindrücken berichtet Stremmel in packenden, dicht erzählten Reportagen und deckt die Zusammenhänge zwischen unserem bequemen Europa und der harten Realität in den Entwicklungsländern auf.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2021

Jan Stremmel will mit seinen Reportagen die "toten Winkel der Globalisierung" ausleuchten, erklärt Rezensent Miguel de la Riva. Und das gelingt ihm auch, allerdings sucht er oft an den falschen Stellen nach den Schuldigen. Eine Färberei in Kalkutta, in der Arbeitsschutz sehr klein geschrieben wird, Waldrodungsgebiete in Paraguay, von denen kaum jemand weiß oder hören will, Sand-Diebstahl auf den Kapverdischen Inseln - Stremmel erzählt in "Drecksarbeit" von prekären Arbeitsverhältnissen und Verbrechen an der Natur, und das meist sehr gezielt und mit der gebotenen "kritischen Distanz". Dabei trifft seine Kritik allerdings oft die vermeintlich faulen oder habsüchtigen Konsumenten und verfehlt damit die wahren Ursachen, so die abwägende Rezensentin.
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