Dror Mishani

Die schwere Hand

Avi Avraham ermittelt
Cover: Die schwere Hand
Zsolnay Verlag, Wien 2018
ISBN 9783552058842
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Avi Avraham, der "melancholische Sturkopf", ist soeben zum Leiter des Ermittlungsdezernats von Cholon-Ayalon, Israel, ernannt worden. Beim nächsten Einsatz erkennt er die Leiche sofort: Lea Jäger. Sie war vor ein paar Jahren vergewaltigt worden, der Täter sitzt im Gefängnis. Jetzt fällt der Verdacht auf einen Mann in Polizeiuniform. Trotz heftiger Widerstände in den eigenen Reihen sucht Avi weitere Frauen, die nach einer Vergewaltigung erneut von einem Polizeibeamten vernommen wurden. Dabei stößt er auf eine junge Bankangestellte, die einige Jahre zuvor von einem Unbekannten brutal misshandelt wurde. Als er sie und ihren Mann aufs Revier bittet, kommt es zur Tragödie. Der dritte Krimi des international gefeierten Schriftstellers Dror Mishani.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2018

Christine Dössel muss viel aushalten bei Dror Mishani. Etwa die Mittelmäßigkeit des Ermittlers oder dass Kriminalfälle sich nicht restlos aufklären lassen, der Schmerz nicht geht und Fragen offen bleiben. So vorbereitet machen ihr der Autor und seine Figur aber Freude, und sie kann sich ganz auf den Ermittlungsprozess in einem Mordfall an einer älteren Frau konzentrieren, in den auch ein Polizist verwickelt zu sein scheint. Um einen Tel Aviv Krimi, wie der Verlag behauptet, handelt es sich laut Rezensentin übrigens nicht. Handlungsort ist die Industriestadt Cholon, meint Dössel, und der israelisch-palästinensische Konflikt spielt auch keine Rolle.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.02.2018

Dror Mishani ist für den Rezensenten Tobias Gohlis spätestens mit diesem dritten Roman um den Ermittler Avi Avraham ein Meister seines Fachs. Die Industriestadt Cholon bei Tel Aviv wird laut Gohlis zum Ort "feiner literarischer Kriminalität". Das Verfahren des Autors, den jeweiligen Fall aus der Perspektive des Ermittlers und eines Opfers oder Zeugen zu entwickeln, kommt in diesem Text erneut zur Anwendung, erklärt der Rezensent. Kunstvoll findet er, wie Mishani aus alltäglichen Situationen den Funken schlägt, der die Welt seiner Figuren ins Wanken bringt.

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