Wie jedes Jahr seit dem Tod seiner Frau rüstet sich Kimmo Joentaa für die Einsamkeit der finnischen Weihnachtstage mit einem Glas Milch und einer Flasche Wodka. Aber es kommt anders. Erst steht Larissa vor der Tür, eine schmale, strohblonde Prostituierte, die sich kurzerhand bei ihm einquartiert und auch sonst genau weiß, was sie will. Dann wird ein langjähriger Kollege, ein Gerichtsmediziner, erstochen aufgefunden. Als wenig später Finnlands berühmtester Talkmaster, Kai-Petteri Hämäläinen, einem Anschlag nur knapp entkommt, stoßen die Ermittler auf eine rätselhafte Verbindung: Der Gerichtsmediziner war einige Wochen vor seinem Tod Gast in Hämäläinens Show. Kimmo Joentaa beginnt, über die verschiedenen Gesichter des Todes nachzudenken. Und über die Frage, warum eine Talkshow, die für das Millionenpublikum an den Bildschirmen nichts weiter war als gute Unterhaltung, in einem Zuschauer die Wut auslöst, die ihn zum Mörder macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2009
Nach Dafürhalten des Rezensenten Christoph Haas hat Jan Costin Wagner zwar beim Plot fast alles richtig gemacht, bis hin zum "originellen Antiklimax" zum Schluss, trotzdem wird Haas mit Wagners Krimi, dem dritten mit Ermittler Kimmo Joentaa, nicht richtig glücklich. Rezensent Haas stört sich daran, dass die Geschichte ein bisschen zu kalkuliert und "stromlinienförmig" wirkt, wie nach dem "Ratgeber für Drehbuchautoren" zusammengebaut. Und gleich zu Anfang stellt er indirekt die Frage, ob es etwa mit dem Erfolg skandinavischer Krimis zu tun hat, dass der deutsche Autor seine Bücher ausgerechnet in Finnland angesiedelt hat. Auch sprachlich findet er den Krimi nicht besonders gelungen. Da steckt wenig drin, was "über das reine Mitteilen dessen, wovon der Autor erzählt, hinausgeht" - und auch die Techniken, die Wagner zur Intensitätssteigerung anwendet, hält Haas für wenig gelungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.01.2009
Rezensentin Sylvia Staude gerät ins Schwärmen angesichts dieses neuen Krimis vom Wahlfinnen Jan Costin Wagner. Trotzdem verrät sie wenig über das Buch und viel über die allgemeinen literarischen Qualitäten des Autors. Obwohl er schlüssige und spannende Einblick in das Innenleben seiner Figuren gewährt, sind seine Erzählungen nicht von der "ausschweifenden Art", sondern "zügig" und "elegant". Staude nennt den Autor einen "Meister der Seelenzustände", die meistens, passend zum finnischen Wetter, recht dunkel eingefärbt sind. Trotzdem schafft er es "seinen Figuren stets die Türen offen zu anderen Entscheidungen" zu halten. Nicht nur dadurch unterscheidet er sich nach Meinung der Rezensentin von vielen seiner Genre-Kollegen.
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