Elizabeth Wetmore

Wir sind dieser Staub

Roman
Cover: Wir sind dieser Staub
Eichborn Verlag, Köln 2021
ISBN 9783847900924
Gebunden, 320 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné. Texas, 1976: Odessa steht kurz vor dem nächsten Ölboom. Während die Männer der Stadt den kommenden Wohlstand feiern, kennen und fürchten ihre Frauen die Gewalt, die immer zu folgen scheint. Als die vierzehnjährige Gloria Ramírez mehr tot als lebendig auf der Veranda von Mary Whiteheads Ranch gefunden wird, wissen Mary und die anderen Frauen von Odessa, was jetzt passieren wird. Aber sie wissen auch, dass sie dieses Mal zusammenhalten werden.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 26.11.2021

Für Rezensentin Katrin Doerksen ist Elizabeth Wetmore gleich nach diesem Debüt eine Virtuosin in der Errichtung literarischer "Folterzimmer". Die Kritikerin taucht hier ein ins Texas des Jahres 1973, die knapp 15 Jahre alte Halbmexikanerin Gloria liegt brutal vergewaltigt neben einem Truck und nur die Frauen von Odessa nehmen überhaupt Notiz von dem Mädchen. Alle Frauen, aus deren Perspektiven der Roman erzählt wird, leiden auf ihre Weise unter dem "Frust" der Männer, resümiert Doerksen. Deren Brutalität schildert Wetmore derart plastisch, dass die Rezensentin oft schlucken muss, die gelegentlichen "dreckigen kleinen Witze" der Autorin machen es nur wenig ertragbarer, meint sie. Wetmores Mitgefühl für ihre Figuren und ihre Kenntnis des Landes - sie ist selbst Texanerin - bekräftigen Doerksen klare Leseempfehlung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.11.2021

Rezensentin Sylvia Staude kommt mit Genrebezeichnungen nicht weiter bei diesem Roman der amerikanischen Autorin Elizabeth Wetmore. Es geht um Frauen, die Story ist spannend, vor allem aber ungeheuer lesenswert, wie die Kritikerin versichert. Sie taucht ab mit dem Roman ins Texas der Siebziger, in eine Welt, in der die Männer auf Ölfeldern arbeiten und Frauen von ihren Männern bedroht oder getötet werden: So auch die 14jährige Gloria, die Opfer einer Vergewaltigung wird und ums Überleben kämpft, während sich im Dorf nur eine einzige Frau für sie einsetzt, resümiert die Rezensentin. Staude lässt sich atemlos mitreißen von der "drastischen", auch "poetischen" Sprache und empfiehlt den Roman nicht zuletzt als Zeugnis der "Zähigkeit" von Frauen.