Linus Reichlin

Die Sehnsucht der Atome

Kriminalroman
Cover: Die Sehnsucht der Atome
Eichborn Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783821858357
Gebunden, 368 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Seit seiner Schulzeit steht es Inspektor Hannes Jensen als warnendes Beispiel vor Augen: das Heliumatom! Das Heliumatom, so hatte damals sein Physiklehrer erklärt, ist nicht getrieben von der Sehnsucht, sich zu binden, und geht mit keinem anderen Atom eine Symbiose ein. Es ist in sich vollkommen, aber auch vollkommen alleine! Nach Jensens Ansicht ist dieser Fall von Bindungsangst seinem eigenen Schicksal nicht ganz unähnlich. Und so müsste er eigentlich erfreut sein, dass eine bizarre Laune des Universums eine ausnehmend schöne Frau an seine Seite beamt. Die allerdings ist blind, ziemlich herrisch und scheint sich auch nicht sehr für ihn zu interessieren - umso mehr aber für den höchst rätselhaften Fall, der Jensen gerade beschäftigt: Ein amerikanischer Tourist hatte im Kommissariat um Hilfe gebeten, weil er sich bedroht fühlte. Am nächsten Tag fand man ihn tot auf der Straße. Seine Obduktion deutet auf einen Mord, der menschliche Fähigkeiten übersteigt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2008

Ehrlich gesagt ist nicht ganz nachvollziehbar, warum ein Buch, das den Rezensenten so lau lässt, auf der prominentesten Literaturseite der FAZ am Samstag mit solcher Ausführlichkeit verrissen werden muss. Ulf von Rauchhaupt, Wissenschaftsredakteur bei der FAZ, zählt zunächst mal das Personal des Romans auf, das er drehbuch- aber nicht unbedingt romangeeignet findet - und tatsächlich kann ihn der in seiner Rezension nur angedeutete Plot auch nicht überzeugen. Schlimmer ist aber, dass Reichlin seinen Roman offenbar auch noch reichlich mit Exkursen zur Quantenphysik würzt, die dem Rezensenten weder besonders aufschlussreich noch besonders sinnvoll im Zusammenhang mit der Handlung erscheinen. Tja, dieses Romandebüt hat bei der FAZ jedenfalls nicht reüssiert...
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.02.2008

Rezensentin Sylvia Staude ist offenbar recht angetan von dem Romandebüt des bisher als Journalist arbeitenden Linus Reichlin - besonders von dessen Mut, sich "zwischen alle Genre-Stühle" zu setzen. Es geht um einen Trinker namens Brian Ritter, der in Brügge auf solch seltsame Weise ums Leben kommt, dass man denken könnte, seine Zwillinge hätten ihn totgebetet. Den Kamikaze-Mut zu einem solchen Plot kann Staude nur loben, ebenso wie seinen "Witz und Charme". Zudem erfindet er ganz eigene Charaktere, die man baldmöglichst - so empfindet es zumindest die Rezensentin - wieder treffen möchte.
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