Mit farbigen Abbildungen. Der junge Lübecker Poet und Anarchist Erich Mühsam (1878-1934) wird im Sommer 1910 von seinen besorgten Brüdern auf Kur in die Schweiz geschickt. Er findet sich dort in einem bürgerlichen und an seinen Talenten uninteressierten Umfeld wieder. Das Dichten fällt ihm schwer und sein Werben um eine hübsche Mitpatientin ist weitgehend erfolglos. Ständig plagen ihn Sexualität und Geldsorgen, während er darauf hofft, dass zumindest die bei ihm bestellten Chansontexte bezahlt werden.
Rezensent Ralph Trommer freut sich über Jan Bachmanns Debüt als Comic-Autor, in dem sich der Kurzfilmregisseur dem politischen Aktivisten und Mitinitiator der Münchener Räterepublik Erich Mühsam widmet. Inspiriert von Mühsams Tagebüchern aus dem Jahr 1910 hat Bachmann in Trommers Augen ein ebenso "krakeliges wie lebhaftes" Porträt eines jungen Querdenkers geschaffen, das vor allem die "(tragi-)komischen" Seiten von Mühsams Bohemeleben einfängt. Dem Rezensenten hat die Leichtigkeit des Comics gut gefallen, auch wenn er sich etwas mehr Ausblick auf die kommenden politischen Ereignisse gewünscht hätte.
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…