Frank Schmolke

Nachts im Paradies

Cover: Nachts im Paradies
Edition Moderne, Zürich 2019
ISBN 9783037311851
Kartoniert, 350 Seiten, 29,80 EUR

Klappentext

"Nachts im Paradies" beschreibt die dystopische Realität des Münchner Taxifahrers Vincent. Unglücklich mit seinem Beruf und gebrochen von den Hürden des Lebens, ist seine 16-jährige Tochter Anna der einzige Lichtblick in seinem Alltag. Als diese während des Oktoberfestes in der nächtlichen Großstadt verschwindet, ist für Vincent die Zeit gekommen, sich in eine Welt zu begeben, die er längst schon vergessen glaubte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.09.2019

Vincent Kutscher besitzt weder ein Handy noch einen Computer, tagsüber schreibt er einen nicht enden wollenden Roman auf seiner Schreibmaschine und nachts fährt er Taxi, erzählt Rezensent Michael Brake. Auf seinen nächtlichen Fahrten lernt Kutscher allerlei krude Figuren kennen, zu denen es nicht selten ein reales Vorbild gibt. Frank Schmolke war nämlich selbst lange Taxifahrer im München und ist es manchmal immer noch, weiß Brake. Über Jahre hat er seine Fahrgäste studiert und skizziert: "kraftvoll" und "ausdrucksstark", lobt der Rezensent, nur die Proportionen sind für seinen Geschmack manchmal allzu verzerrt. Verzerrt wird teilweise auch die Realität in Schmolkes Graphic Novel, und zwar indem Schmolke den typischen Genrestoff mit surrealen Elementen anreichert, wodurch eine interessante Mischung aus nostalgischer "Milieustudie, Midlife-Crisis und Münchenmärchen" entsteht, lobt der überzeugte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.07.2019

Rezensent Christoph Haas ist beeindruckt von Frank Schmolkes Graphic Novel "Nachts im Paradies" und wünscht dem Autor und Zeichner mehr Anerkennung. Schmolke, der selbst neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch Taxifahrer ist, erzählt in seinem Comic vom ebenfalls taxifahrenden Underdog und Vater Vincent, der in München durch einen Deal ins kriminelle Milieu gerät. Mit erzählerischem und zeichnerischem Geschick gelingt es ihm laut Rezensent dabei, ganz unterschiedliche Stile und Thematiken "mühelos" zu verflechten. So widme sich Schmolke "zart und einfühlsam" der Beziehung Vincents zu seiner 16-jährigen Tochter, seinem Deal mit dem Zuhälter Igor aber im Film-Noir-Stil, und dokumentarische und humoristische Elemente greifen ineinander. Einer der "besten deutschsprachigen Comics dieses Jahrzehnts", meint Haas.
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