Aus dem Amerikanischen von Georg Goyert, überarbeitet von Hans-Christian Oeser. Ralph Ellison, neben Toni Morrison und James Baldwin eine der großen Stimmen der afroamerikanischen Literatur der Gegenwart, gewann 1953 den National Book Award und wurde mit seinem gefeierten New-York-Roman schlagartig berühmt. Die Geschichte von der Odyssee eines namenlosen Schwarzen, die ihn von ganz oben bis ganz unten durch alle Schichten der amerikanischen Gesellschaft führt, bleibt hochaktuell: als schonungslose Abrechnung mit den alltäglichen rassistischen Ideologien und als Lob auf das gewachsene Selbstbewusstsein der noch immer um ihre selbstverständlichen Rechte Kämpfenden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.08.2019
Rezensentin Angela Schader sieht in Ralph Ellisons Roman von 1952 einen Gegenentwurf zu Richard Wrights "Native Son". Wie auch Wrights Text begreift die Rezensentin den Roman als Meilenstein der afroamerikanischen Literatur. Die überarbeitete deutsche Fassung von Georg Goyert bringt die beißende Ironie des Textes gut rüber und macht Ellisons Arbeit mit Leitmotiven für den Leser erfahrbar, findet Schader. Wie der Autor hier eine intellektuell starke afroamerikanische Figur einführt, um ihre Demütigung um so härter erscheinen zu lassen, hält Schader für bemerkenswert. Ellisons "grimmige Lust" beim Vorzeigen der Instrumentalisierungsmechanismen und des Neids, mit denen die Figur auch aus der eigenen Ecke traktiert wird, schlägt sich in atemberaubenden Szenen nieder, erklärt die Rezensentin begeistert.
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