Aus dem Französischen von Hans-Dieter Gondek und Markus Sedlaczek. Die "Arbeit des Begriffs" hat sich immer schon abgesetzt vom Bild und den Bildwissenschaften. Derrida, der Theoretiker der Schrift, unternimmt den Versuch, das Bild (Zeichnungen, Malerei, Fotografie und Kinobilder) zu denken: Bilder verweisen auf etwas, das man gerade nicht sehen kann. Das Sichtbare wird generiert durch etwas Unsichtbares und hängt von ihm ab. Was im Bild zählt, ist nicht nur das unmittelbar Gezeigte und Einleuchtende, sondern auch die Elemente, von denen zunächst eine gewisse Stummheit ausgeht. Immer bleibt bei einem Bild eine Lücke zwischen dem Sichtbaren und dem Gedachten , dem Sichtbaren und dem Schweigen, das uns ein Bild gibt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2018
Rezensent Maximilian Gillessen lernt Jacques Derrida als Betrachter der Künste kennen mit diesem Band mit verstreuten Schriften Derridas aus den Jahren 1979-2004. Die in Frankreich 2013 erschienene Sammlung hat laut Gillessen ihren Schwerpunkt auf den 90er und frühen 2000er Jahren. Hier zeigt sich Derrida laut Rezensent bei seinem Versuch, das Unsichtbare hinter den Künsten des Sichtbaren offenzulegen, die sprachliche Dimension der Kunst, etwa in den Zeichnungen Valerio Adamis oder in den Aquarellen Colette Deblés. Wie Derrida hier der konventionellen Bildbeschreibung seine auf sprachlichen Assoziationen beruhende Sicht entgegensetzt, findet der Rezensent aufschlussreich.
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