Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.12.2001
Avital Ronells "Telefonbuch" liegt jetzt - zwölf Jahre nach der amerikanischen Ausgabe - in einer, wie Matthias Kross findet, "fulminanten Übersetzung" von Rike Felka vor. Aufgemacht wie ein richtiges Telefonbuch komme es daher. Aber wie unser Rezensent betont: "Dies ist (k)ein Telefonbuch". Es handle sich vielmehr um eine umfassende Studie, die das Phänomen "Telefon" kulturphilosophisch in den Blick nehme. Ronell liefere darin eine ausnehmend komplexe Analyse des Wesens der Telefonie. Im Anschluss an Heideggers Analysen zum Zeug-Zusammenhang der Welt entwickle Ronell eine "Existenzialanalyse der Telefon-Technik". Soweit will Kross nicht mitgehen, ist das Telefon für ihn "wohl doch eher ein Medium und nicht ein Modus des Seinkönnens". Nichtsdestoweniger findet er Ronells Deutung "zumindest assoziativ reizvoll". Insgesamt erscheinen unserem Rezensenten Ronells Interpretationen bisweilen allerdings ein wenig "überstrapaziert".
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