Jacob Bernays

Du, von dem ich lebe

Briefe an Paul Heyse
Cover: Du, von dem ich lebe
Wallstein Verlag, Göttingen 2010
ISBN 9783835307438
Gebunden, 272 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Die Briefe des strenggläubigen Juden und herausragenden Altphilologen Jacob Bernays, der in einem protestantischen Umfeld seinen Platz behauptete, an den Schriftsteller Paul Heyse sind das ergreifende Zeugnis einer Freundschaft: Voll Witz, Ironie und zärtlicher Hingabe, durchbrochen von Momenten der Resignation, spiegeln Bernays Briefe nicht nur seine intensive Beziehung zu dem späteren Literaturnobelpreisträger, sondern u.a. auch die Freundschaft zu dem Historiker Theodor Mommsen wider.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2011

Wie gut, dass es das Duftbuch nicht gibt. Die parfümierten Briefe des blitzgescheiten Altphilologen Jacob Bernays an seinen "Zeisig" und "Eau de Cologne-Springbrunnen" Paul Heyse würde Katharina Teutsch sonst wohl nur halb so gern lesen. So aber freut sie sich am Hintersinn (auch im Liebestaumel), am glänzenden Stil und am Sublimierungsgeschick des Liebesbriefschreibers Bernays. Den Herausgebern William Calder und Timo Günther dankt sie dafür, nicht nach fleischlichen Entsprechungen der schriftlichen Beteuerungen zu fahnden, sondern dieses "erotisch-heroische" Herrenbündnis als solches einfach stehenzulasssen, verstanden allenfalls als Ausdruck einer antibürgerlichen Haltung, übrigens eingebettet in philologische Lektüre- und Arbeitsgespräche.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2011

Als Dramatiker war Paul Heyse total erfolglos, als Erzähler eher plakativ und konventionell, urteilt  Hans-Albrecht Koch heute über den Literaturnobelpreisträger von 1910. Wenn nun aber der Briefwechsel zwischen dem vergessenen Heyse und seinem "Schüler", dem Altphilologen Jacob Bernays erscheint, so weckt das Kochs Interesse. Der geistige Austausch ist auch von außergewöhnlicher Weite (Kunst und Literatur), wie Koch versichert, reicht von der Antike bis zur Gegenwart (1849 bis 1878!) und dreht sich mitunter, so kann man es schließlich auch nennen, um die Erbsenzählerei ("kreative Spannung") zwischen Sprachkunst (Heyses Leopardi-Übertragung) und Philologie, aber unter Freunden.

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