Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Mit Nachwort von Hans-Ulrich Treichel. Die Ängste des modernen Mannes - vor dem Älterwerden, vor beruflichem Versagen, vor dem "schwachen Geschlecht" -, selten hat sie ein Schriftsteller präziser auf den Punkt gebracht als Italo Svevo. Mit zärtlicher Ironie porträtiert er Helden, die, ein großes Ziel vor Augen, schon über Kleinigkeiten stolpern: einen Kaufmann, der sein jahrzehntelanges kluges Handeln durch einen einzigen Augenblick des Leichtsinns gefährdet. Einen Familienvater auf Diät, dem gefühlter Autoritätsverlust Albträume verursacht. Missgeschick, Fehlinterpretation, Selbstbetrug - die Ursachen des Scheiterns sind facettenreich und verraten viel über die Psyche von Männern in den besten Jahren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.12.2014
Fünf Erzählungen Italo Svevos über (nicht unbedingt an Jahren) alte Männer - da konnte Rezensentin Christiane Pöhlmann einiges lernen. Zum Beispiel, dass niemand sich je verändert, wie ein Protagonist feststellt. Dass man am Alter leiden, dies aber genießen kann, weil es unerschöpfliche Anlässe zum Monologisieren bietet. Dass jeder ein "autarkes Individuum" ist, das zwar über andere nachdenken, aber nicht mit ihnen kommunizieren kann. Und dass man dies alles humorvoll erzählen kann, ohne Witzfiguren aus seinen Helden zu machen. Lektionen fürs Leben, gewissermaßen. Da kann Pöhlmann sich nur noch bei Autor, Übersetzerin und Verlag bedanken.
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