Aus dem Französischen von Kirsten Gleinig. Sie sind jung und verliebt und haben alles, was sie brauchen. Aber ihr Pariser Leben langweilt sie, also nehmen Louise und Ludovic ein Sabbatjahr und umsegeln die Welt. Bei einem Ausflug auf eine unbewohnte Insel vor Kap Hoorn reißt ein Sturm ihre Jacht und damit jegliche Verbindung zur Außenwelt mit sich fort. Was als kleiner Ausbruch aus dem Alltagsleben moderner Großstädter gedacht war, mündet urplötzlich in einen existenziellen Kampf gegen Hunger und Kälte. Nicht weniger aufreibend ist das psychologische Drama, das sich zwischen den Partnern entspinnt. Wer trägt die Schuld an der Misere? Wer behält die Nerven und trifft die richtigen Entscheidungen? Und was wird aus der Liebe, wenn es ums nackte Überleben geht?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2017
Rezensent Rainer Moritz spürt zwar ein Abflauen der Erzähldichte gegen Ende des Buches von Isabelle Autissier. Der modernen Robinsonade im ersten Teil kann er sich aber nicht entziehen. Wie die Autorin, gespickt mit eigener Erfahrung als Weltumseglerin, von der jähen Einsamkeit und dem Überlebenskampf eines Aussteigerpärchens auf einer Insel im Südatlantik berichtet, scheint Moritz bemerkenswert, kühl und schonungslos und mit eindringlichen Bildern versehen. Der zweite, nach der Rettung und Rückkehr der Frau nach Frankreich spielende Teil scheint Moritz dramaturgisch notwendig, jedoch in der Umsetzung viel schwächer.
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