Alfred van Cleef

Die verirrte Insel

Oder Die weite Reise eines unglücklichen Mannes
Cover: Die verirrte Insel
Marebuchverlag, Hamburg 2002
ISBN 9783936384741
Gebunden, 256 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Marlene Müller Haas. Alfred van Cleef hat Liebeskummer und mehr. Er will weg. Ein Ziel muss her - warum nicht der abgelegenste Ort der Welt: die Insel Amsterdam, eine winzige Vulkanspitze im Süden des Indischen Ozeans, über 3000 Kilometer vom nächsten Festland entfernt. Allein der Versuch, an diesen fernsten Ort zu reisen, lässt Alfred van Cleef auf immer neue Widrigkeiten stoßen. In einem kafkaesken Ringen mit der französischen Verwaltung um ein Visum wird sein Interesse für Amsterdam zur Obsession. Irgendwann kommt doch noch die Erlaubnis. Und schließlich taucht nach einer wochenlangen Überfahrt am Horizont ein Felsen auf. Das karge Eiland Amsterdam ... Alfred van Cleef klettert über Felsen und Geröll und erkundet die Seewolfbucht, über der die Amsterdam-Albatrosse, die seltensten Seevögel der Welt, ihre Runden drehen...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Uwe Herms zeigt sich recht zufrieden mit Alfred van Cleefs Robinsonade. Nach einer schmerzhaften Trennung beschließt van Cleef, auf die letzte einsame Insel zu fliehen. Sie heißt "Amsterdam" und liegt jenseits des Äquators im indischen Ozean, nahe der Subarktis, inmitten einer stürmereichen Wasserwüste, Tausende Kilometer entfernt vom Festland. Ein jahrelanger Kleinkrieg mit Frankreich, zu dem die Insel gehört und das dort absurderweise eine winzige Forschungsstation unterhält, geht van Cleefs Flucht auf die Insel voraus. Die Schilderung dieses Kleinkriegs ist für Herms der "stringenteste, amüsanteste, geistreichste" Part des Buches. Zu seinem Bedauern lässt van Cleefs Bericht mit der Ankunft auf der Insel etwas nach. Der erzählerische Impetus des Autors, moniert Herms, zerbröselt "zum Sammeln von interessantem Strandgut". Zwar erweist sich der Autor, der nun alte Logbücher und Chroniken ausbreitet, die absonderlichen Mitglieder der Insel-Crew porträtiert und von seinen Erkundungen der Insel berichtet, Herms zufolge auch weiterhin als "hervorragender Beobachter". Doch scheint er dem Rezensenten erzählerisch etwas vom vorgegeben Kurs abzudriften. Gleichwohl, freut sich Herms, besticht van Cleef auch hier immer wieder im Detail durch seine "verquere Ironie" und durch sein "eigentümliches Übersprungsdenken".
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