Isabel Bolton

Mary und Grace

Eine Erinnnerung
Cover: Mary und Grace
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783895610714
Gebunden, 199 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hannah Harders. Isabel Bolton erinnert sich an ihre Kindheit im ausgehenden 19. Jahrhundert in Conneticut. Sie und ihre vier Geschwister wurden nach dem Tod der Eltern in die Villa der Großmutter gebracht. Als diese starb, verzweifelten Onkel und Tanten über die wilden Kinder. Doch alles sollte sich ändern, als Miss Rogers, die Gouvernante mit dem "traurigen, hungrigen Herzen" den Vorsitz des chaotischen Familienlebens übernimmt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.01.2001

Kyra Stromberg ist begeistert. Der "spät wiederentdeckten" amerikanischen Schriftstellerin Isabel Bolton sei es mit diesem zweiten Werk gelungen, sensibel, glaubhaft in den realen Details, leicht und kunstvoll die Geschichte der Zwillinge Mary und Grace zu erzählen. Die Rezensentin meint, hier sei eine ganz große Erzählerin am Werk gewesen. Ein Lob geht auch an die Übersetzerin Hannah Harders. Ihr sei es zu verdanken, dass die vertrackt wunderbare Geschichte mit allen Zwischentönen und atmosphärischen Details nun auch im Deutschen vorliege.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2000

Michael Schmitt lässt keinen Zweifel daran, dass er Isabel Bolton für eine großartige Autorin hält. Dies habe sie auch mit dem vorliegenden Band gezeigt, in dem sie ihre eigene Kindheit schildert: Früh verwaist sind die Zwillinge Mary und Grace mit zahlreichen Geschwistern bei der Großmutter und Onkeln und Tanten aufgewachsen. Im Alter von vierzehn Jahren jedoch verunglückt Grace tödlich. Im Vordergrund stehen für den Rezensenten nicht nur die komischen Seiten, die dieses Buch trotz der tragischen Familiengeschichte hat (etwa die zahlreichen Streiche, die die eineiigen Zwillinge ihrer Umgebung spielen), sondern auch die Zwiesprache, die Mary mit ihrer ertrunkenen Schwester hält. Schmitt zeigt sich besonders fasziniert von der Art, mit der Bolton frühe Erinnerungen einfängt: So erscheinen die Bilder der früh verstorbene Eltern nur bruchstückhaft, überlagern sich, "treten hervor wie Traumbilder", bevor sich die Erinnerungen nach und nach verfestigen, verwischte Eindrücke immer mehr zu "abgerundeten Geschichten" werden.

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