Budapest, 1990. Der eiserne Vorhang ist gefallen. Fünf amerikanische College-Absolventen sind auf der Suche nach dem wirklichen Leben: Charles, smarter Risiko-Kapitalgeber einer New Yorker Investment Firma, sucht nach dem großen Deal; Mark, Nostalgie-Forscher, sucht nach der Vergangenheit; Emily sucht nach Anerkennung; Scott versucht, sich von seiner Familie, insbesondere seinem Bruder John, frei zu machen; und ebendieser John sucht sowohl seine als auch Emilys Liebe. Die fünf Suchenden sind getrieben von Visionen und der Sehnsucht, endlich Geschichte zu schreiben, endlich ein wirkliches Leben zu führen. Alle sind sich einig, dass dieses wirkliche Leben, Ziel all ihrer Sehnsüchte, nur im glitzernden, fernen Prag stattfinden kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.09.2003
Arthur Phillips' "großartiger Roman" "Prag" hat Rezensent Christoph Bartmann völlig begeistert. Phillips erzählt darin von fünf jungen Amerikanern, die sich zwischen Mai 1990 und Mai 1991 in Budapest ein lockeres Leben machen, berichtet Bartmann: meist leben sie einfach vor sich hin, arbeiten und schlafen wenig, trinken und rauchen viel, hängen in Jazzclubs ab und lassen sich von den örtlichen Mädchen anhimmeln. Vor allem die erzählerischen Qualitäten des von Sigrid Ruschmeier "glänzend" ins Deutsche übersetzten Romans haben Bartmann überzeugt: auf jeder Seite demonstriere der Autor einen "Überschuss an Geist und Witz" - "als langweile er sich, sobald er den Standards des gehobenen Realismus Genüge tut". Dabei erinnert ihn der Roman weniger an die Romane Kunderas, der von der amerikanischen als Vergleich herangezogen wurde. Das "Multi-Perspektivische" und "Hyper-Präzise", das "totale Gesellschafts-Panorama", das entworfen wird, und nicht zuletzt "Witz", "Übermut" und die "Melancholie im Hintergrund" sowie der Schauplatz erinnern Bartmann an Doderers "Strudlhofstiege". Während Doderer die losen Fäden kontingenter Schicksale zuletzt zu einem vielleicht dauerhaftem Glück zusammenführe, beginne Phillips mit einem Bild des Glücks, "wie es fortan nie mehr erreicht wird".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…