Aus dem Englischen von Barbara Christ. Mazie Phillips wächst im New York der 1920er auf. Während ihre jüngere Schwester als Tänzerin durch die Varietés tingelt und die ältere heiratet, weiß Mazie nicht, wohin. Ihr Schwager gibt ihr einen Job in seinem Kino. Tagsüber beobachtet sie aus ihrem Kassenhäuschen das lebhafte Treiben, nachts streift sie durchs Viertel. Während die Prohibition heimliche Treffen in den Bars der Stadt eine Weile lang reizvoll macht, lässt die Wirtschaftskrise die Stadt verelenden. Fortan kümmert sich Mazie um die Menschen auf der Straße.
Diese untypische Heilige hat es wirklich gegeben. Hier wird sie in einer schillernden Collage aus Mazies Tagebucheinträgen und den Stimmen ihrer Freunde lebendig.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 24.11.2016
Auch Jamie Attenbergs zweiter ins Deutsche übertragene Roman haut Rezensentin Susanne Mayer einfach um. Und zwar schon von den ersten Sätzen an, die der Kritikerin sofort ein Gefühl für Attenbergs Heldin "Saint Mazie" vermitteln, die hier wie die Königin der Bowery durch die Verwüstungen im New York der Großen Depression zieht. Fasziniert liest Mayer Mazies Tagebuch, das im Jahre 1907 einsetzt, bis in Mazies Todesjahr 1964 fortdauert und in dem die Handlung dank Attenbergs außergewöhnlicher Gestaltungskraft funkelt wie eine "Discokugel", schwärmt die Rezensentin. Neben zahlreichen spannenden Figuren entdeckt die Rezensentin in diesem wunderbaren Drama über Hoffnung und Wahnsinn eine der "schönsten" Sexszenen der Literatur.
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