Joshua Cohen

Solo für Schneidermann

Roman
Cover: Solo für Schneidermann
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2016
ISBN 9783895616266
Gebunden, 536 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ulrich Blumenbach. In der New Yorker Carnegie Hall wird ein Violinkonzert aufgeführt, da kommt es zu einem Eklat. Der Geigenvirtuose Laster soll ein Solo improvisieren, doch stattdessen legt er sein Instrument nieder und hebt an zu einer Hommage an Schneidermann, den Komponisten des Stücks. Schneidermann ist nach dem letzten gemeinsamen Kinobesuch verschwunden. Vor der versammelten New Yorker High Society - darunter seine Exfrauen und deren Anwälte - erinnert Laster sich an all das, was die beiden durchlebt haben: Holocaust, Krieg und das Exil in Amerika. Mit seinem Loblied auf die Freundschaft fesselt er sein Publikum bis in die frühen Morgenstunden. In seinem Debütroman entwirft Joshua Cohen ein ungewöhnliches Künstlerporträt. Zugleich gibt "Solo für Schneidermann" die Bühne frei für eine wilde Suada voller komischer Momente.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

"Solo für Schneidermann" ist ein enorm forderndes Buch, stellt Rezensent Burkhard Müller klar: Wer nicht in Lyrik, Musikbetrieb, Mythologie und Literaturgeschichte bewandert ist, wird an diesem Buch wenig Freude haben. Joshua Cohen lässt darin den Geiger Laster statt eines Konzert eine Grabrede auf seinen verstorbenen Freund, den Holocaust-Überlebenden und Meisterkomponistin Schneidermann halten. Die Eloge gerät Laster zu einer Abrechnung mit der gesamten Welt, und trägt dabei, so Müller, durchaus Züge eines Universal-Ressentiments, das er fast für inakzetabel hält. Dennoch nennt Müller den Roman "witzig, aberwitzig, emotional sehr stark", bleibt aber bei aller intellektuellen Brillanz etwas reserviert. Vorbehaltlos imponiert ihm allerdings Ulrich Blumenbachs bewundernswert virtuose Übersetzerleistung.
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