Isaak Euchel

Reb Henoch, oder: Woß tut me damit

Eine jüdische Komödie der Aufklärungszeit
Cover: Reb Henoch, oder: Woß tut me damit
Helmut Buske Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783875483796
Kartoniert, 291 Seiten, 58,00 EUR

Klappentext

Textedition von Marion Aptroot und Roland Gruschka mit einleitenden Beiträgen von Marion Aptroot, Delphine Bechtel, Shmuel Feiner und Roland Gruschka. Das 1793 von dem jüdischen Aufklärer Isaak Euchel in Berlin verfasste Lustspiel "Reb Henoch, oder: Woß tut me damit" ist eines der Schlüsselwerke deutsch-jüdischer Kultur. Die Komödie thematisiert die Konflikte und Probleme der jüdischen Gemeinschaft im Deutschland des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Hauptsprachen der Komödie sind Hochdeutsch und Jiddisch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.07.2005

Rundum begeistert zeigt sich Christoph Schulte von Isaak Euchels jiddischer Familienkomödie "Reb Henoch", die nun in einer kommentierten Ausgabe von Marion Aptroot und Roland Gruschka vorliegt. Schulte sieht in Euchel (1756 bis 1804) eine der "wichtigsten Figuren der jüdischen Aufklärung" und einen ihrer "bedeutendsten Poeten und Sprachspieler", der, weil er jiddisch und hebräisch schrieb, bis heute weitgehend unbekannt blieb. Dessen "Reb Henoch" würdigt er als "jiddischen Geniestreich", als "ein mit viel Witz getarntes Dokument der Verwirrung und Frustration", als "komisch-böses, selbstkritisches Sittengemälde von Juden in Zeiten des Umbruchs" sowie als "Komödie der Differenz". Ausführlich schildert Schulte die turbulenten Zustände in der Familie Henoch, in der es drunter und drüber geht, und ein innerjüdischer Sprachwirrwarr herrscht. Euchels Figuren spiegelten die ethnischen, sozialen, religiösen, kulturellen und linguistischen Brüche in der jüdischen Gesellschaft an der Schwelle zur Moderne. Schulte hebt hervor, dass das Ganze nicht als soziologische oder linguistische Studie daherkommt, sondern als Farce, die vom Leser zwar manche Sprachkenntnisse erfordere, ihn aber mit "unglaublichen Sprachspiele, Runninggags, Situationskomik" entschädige. Marion Aptroots und Roland Gruschkas Edition des Textes lobt er als "Meisterstück wissenschaftlicher Philologie" und Delphine Bechtels Einleitungsessay findet er "brillant".

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