Mit einem Nachwort herausgegeben von Maurizio Pirro. Mit der Bearbeitung dieses Shakespeare'schen Sujets beabsichtigte der Schweizer Philosoph Johann Georg Sulzer 1772, das großangelegte theoretische Unternehmen, das er in einzelnen Aufsätzen und zumal in der Allgemeinen Theorie der schönen Künste in die Wege geleitet hatte, durch ein praktisches Beispiel zu ergänzen. Die Wirkung der Bühne als Ort der zwischenmenschlichen Verständigung kann aus Sulzers Sicht nur durch eine auf "Regelmäßigkeit" und "Einfalt" abzielende Stoffbehandlung gesteigert werden, wie es im Vorbericht lautet. Den in den zum gleichen Zeitpunkt erschienenen Vermischten philosophischen Schriften in wirkungstheoretischer Hinsicht dargelegten Ansätzen zum stärkeren Einfluss, der die "unteren Seelenkräfte" im Vergleich zu den "oberen" auf das innere Leben des Rezipienten ausüben würde, wird in diesem Stück aus regulativer und normalisierender Perspektive entgegengearbeitet durch die Reduzierung des tragischen Potenzials auf den erbaulichen Sieg der Tugend über die Hindernisse, die ihr in den Weg gestellt werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.05.2007
Verdienstvoll findet der mit dem Kürzel "rox." zeichnende Rezensent diese Neuauflage eines Stücks des Schweizers Johann Georg Sulzer, der vor allem als Theoretiker der Künste im 18. Jahrhundert zu Ruhm gelangte. Interessant ist seine von Shakespeare inspirierte Fassung des "Cymbelline"-Dramas allerdings vor allem ex negativo, deshalb nämlich, weil sie wenig bis gar nichts taugt. Das sahen schon die Zeitgenossen so, und auch aus heutiger Sicht gilt es hier kein bedeutendes Werk wiederzuentdecken. Instruktiv findet der Rezensent es aber eben deshalb: als Beleg dafür, wie Klugheit im Denken sich oft genug fundamental von gekonnter literarischer Darstellung unterscheidet.
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