Herausgegeben von Michael Brenner. Im Jahre 1922 notiert der jüdische Historiker Simon Dubnow: "Berlin ist der einzige Platz in der Welt, wo ich mein literarisches Schaffen in wenigen Jahren vollenden kann." So optimistisch war die Situation keineswegs immer zu beurteilen. Der von Michael Brenner herausgegebene Band vermittelt einen Eindruck von der kulturellen und sprachlichen Vielfalt der hebräischen und jiddischen Sprachlandschaft in der neueren deutsch-jüdischen Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2002
In einer recht knappen, aber offenbar überzeugten Rezension bespricht Thomas Sparr den von Michael Brenner herausgegebenen Sammelband zur Geschichte der Sprachvielfalt des deutschen Judentums. Seit dem achtzehnten Jahrhundert habe es im "Kraftfeld dreier Sprachen" gestanden: des Jiddischen als Sprache des Schtetls und des Ghettos, des Hebräischen als der Sprache des Talmud und der Thora, sowie des Deutschen als der Sprache der Assimilation und des sozialen Aufstiegs. Die einzelnen Beiträge widmen sich der Geschichte hebräischer Zeitschriften ebenso wie dem Jiddischen als Umgangssprache oder der Sprachmächtigkeit Kafkas und Celans. Besonders würdigt Rezensent Sparr, dass dieser Band den historischen Faden straff spannt, so dass er der Zufälligkeit und Belibigkeit vieler Tagungsbände entgeht.
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