Ingrid Bacher

Theodor Storm fährt nach Würzburg und erreicht seinen Sohn nicht, obwohl er mit ihm spricht

Roman
Cover: Theodor Storm fährt nach Würzburg und erreicht seinen Sohn nicht, obwohl er mit ihm spricht
Dittrich Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783943941203
Gebunden, 160 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Es ist das Jahr 1877, im Februar kommt Theodor Storm nach Würzburg, um durch seine Anwesenheit den Sohn zu zwingen, das Medizinstudium endlich zu Ende zu bringen. Die Autorin schildert einen dramatischen Prozess: Vater und Sohn sind die Protagonisten nicht nur verschiedener Generationen, sondern sie sind auch Menschen ganz unterschiedlichen Charakters und Temperaments, hineingeboren in je unterschiedliche Epochen. Auf authentisches Material zurückgreifend erzählt Ingrid Bachér den Vater-Sohn-Konflikt als Epochenkonflikt, und wie Woldsen, obwohl durch den Zwang des Vaters fast in eine tragische Katastrophe getrieben, sich auf dem Weg zu sich selbst befindet, nicht flüchtet, sondern standhält.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2013

Hinter "Theodor Storm fährt nach Würzburg und erreicht seinen Sohn nicht, obwohl er mit ihm spricht" verbirgt sich die redigierte und ergänzte Neuauflage eines Romans von Ingrid Bachér aus dem Jahr 1982, weiß Walter Hinck, damals hieß das Buch noch "Woldsen oder Er wird keine Ruhe geben". Die Autorin erzählt im Roman die Geschichte von Theodor Storms ältestem Sohn Hans, nach der Großmutter auch Woldsen gerufen, der sich, für den Geschmack des Vaters etwas zu zaghaft, dem Studium der Medizin widmete, fasst der Rezensent zusammen. Storm Senior fährt also nach Würzburg, um dem Sohn mit seinem Ansehen als berühmter Dichter unter die Arme zu greifen. Auf diesen Besuch konzentriert sich die Handlung, verrät Hinck. Interessant findet er, wie sehr sich das Lesepublikum seit 1982 wohl verändert hat. Damals war man der Vaterschelte nach Jahren eifriger literarischer Ausgestaltung elterlicher Täterprofile mehr als überdrüssig, erinnert sich der Rezensent, vielleicht kann der "Reichtum an subtilen psychologischen Beobachtungen" nun seine verdiente Anerkennung finden, hofft Hinck.

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