Ingolf Pleil

Mielke, Macht und Meisterschaft

Die 'Bearbeitung' der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden durch das MfS 1978-1989
Cover: Mielke, Macht und Meisterschaft
Ch. Links Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783861532354
Taschenbuch, 303 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Mit 50 Abbildungen. Der 1953 gegründete Fußballverein Dynamo Dresden, die weit über Dresdens Grenzen hinaus beliebte Spitzenmannschaft, Verein der Volkspolizei, unterlag der besonderen "Fürsorge" durch den Mielke-Apparat. Über die Interessen, Mittel und Methoden bei der "Bearbeitung" von Spielern, Trainern sowie Fans, ihrer Beobachtung, Beeinflussung und ihrer Verstrickung im Netz der Stasi geben mehr als 2300 Seiten archiviertes und für dieses Buch teilweise erstmals erschlossenes Aktenmaterial Auskunft. Ergänzt durch Zeitzeugen-Berichte, durch Zeitzeugen-Berichte, durch anekdotische Begebenheiten und Absurditäten, die sich aus den Akten und im Vergleich mit den in der Öffentlichkeit bekannt gewordenen Ereignissen ergaben, wird ein interessanter Einblick in die Vorgänge bei Dynamo Dresden gewährt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.12.2001

Die Staatssicherheit der DDR war am Fußballklub BFC Dynamo vor allem deshalb interessiert, weil bei Spielen im Ausland die Gefahr der Republikflucht einzelner Spieler bestand, entnimmt "mao" diesem "aufschlussreichen" Fußballbuch, das offenbar einiges zu bieten hat: So entwirre der Autor das "Überwachungsgeflecht" aus Spielern, Trainern und anderen Vereinsangehörigen. Gezielt ausgesuchte Spieler hätten das Mannschaftsklima sowie die Gesinnung ihrer Mitspieler erforschen sollen. In diesem Zusammenhang würden auch heute noch aktive Sportler wie Ulf Kirsten und Eduard Geyer erwähnt. An diesen Persönlichkeiten schildere der Autor exemplarisch die Möglichkeiten, auf eine Stasi-Anwerbung zu reagieren, lobt "mao": Kirsten habe mit Unzuverlässigkeit, Geyer hingegen mit Pflichtbewusstsein reagiert. Ein Buch aus "kluger Abseitsstellung", findet der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2001

Leider, leider ein sprödes Buch. Florian Welle bedauert das sichtlich. Schließlich dürfte die spannende Frage, inwieweit die Stasi am Absturz Dynamo Dresdens in den 80ern beteiligt gewesen ist, nicht nur Fußballinteressierte fesseln. Aber was nützt es, wenn der Autor seine Erkenntnisse aus 23000 Seiten (!) Aktenmaterial (zusammengetragen aus der Gauck-Behörde wie aus SED- und Sportbund-Archiven) bloß "trocken und farblos" aneinander reiht, "statt sich einmal von den Dokumenten zu entfernen und frei erzählend die Geschehnisse zusammenzufassen"?

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