Die Hälfte des Lebens ist vorbei. Und jetzt ist es Zeit. Höchste Zeit. Aber für was eigentlich? Selbstverwirklichung, Gelassenheit, Idealgewicht? Soll ich nach meiner Mitte suchen oder nach einem großen, vielleicht letzten Abenteuer? Ist es Zeit für einen Anfang oder für ein Ende oder doch nur für eine Probestunde Pilates und eine andere Frisur? "Neuland" ist ein Neujahrsbuch. Ein Buch für Neuanfänger und Neuaufhörer. Ein Jahr lang habe ich mich auf die Suche nach dem besseren Leben gemacht. Yoga in der Morgensonne. Fasten mit der Prominenz. Schweigen im Kloster. Rhetorik für Führungskräfte. Digitale Entgiftung. Ein Selbstversuch in Selbsterfahrung. Ich habe mich auf Spurensuche in meine Vergangenheit begeben, habe Sterbende in einem Hospiz begleitet und bin uralten Albträumen und vergessenen Wünschen begegnet. Ich habe 365 Tage lang keinen Alkohol getrunken, jeden Morgen meditiert, Gitarre spielen gelernt und auf fast alles verzichtet, was richtig gut schmeckt. Ich hatte zum ersten und wohl auch zum letzten Mal in meinem Leben lange blonde Haare, Idealgewicht und monatelang keine Schokolade im Haus. Ich habe gelernt, einen Stall und mein Leben auszumisten, glücklicher zu sein, auf den Fingern zu pfeifen und manchmal auch auf mich selbst. Noch Fragen?
Rezensentin Ildikó von Kürthys neues Buch "Neuland" ist kein Roman sondern ein "Crashkurs investigativer Selbsterfahrung", bemerkt Rezensentin Ursula März. Doch sind auch diese in ihrem vertraut-beschwingten Ton gehalten, so März. Die meisten der Kuren, Diäten und anderen Selbstverordnungen, die Kürthy nacheinander absolviert, beackern gekonnt den Zeitgeist, erklärt März, wesentlich interessanter findet sie jedoch den Versuch der Autorin, für eine Weile als Botox-präparierte Blondine durch die Welt zu gehen, weil sie dabei auch neue Vorurteile aufdecke.
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