In vielen Gesprächen hat die Autorin erfahren, wie wenig Frauen über sich wissen, wie wenig sie sich trauen, ihre eigentlichen sexuellen Bedürfnisse zu leben, und wie selten sie einen vertrauten oder gar liebevollen Kontakt mit ihrem ureigensten Körperteil, der Vagina, haben. Neben den sehr persönlichen und intimen Berichten von Frauen zwischen 20 und 70 hat Claudia Haarmann neueste medizinische Studien über weibliche Sexualität analysiert, Statistiken ausgewertet und Expertinnen interviewt.
Überaus aufschlussreich findet Rezensentin Heide Oestreich dieses "unzeitgemäße Buch über neue Tabus im Zeitalter ultimativer Freiheit", das Claudia Haarmann verfasst hat. Sie betrachtet das Buch als Einspruch gegen die feministische Überzeugung der Siebziger vom Ende der Scham. Die Autorin lege dagegen dar, dass auch in Zeiten, in denen sexuelle Tabus scheinbar der Vergangenheit angehören, und das öffentliche Reden über Sexualität alltäglich geworden ist, ein Ende der Scham nicht in Sicht sei. Anhand von Protokollen des weiblichen Erlebens von Sexualität und Beziehungen und von Interviews mit Sexualtherapeutinnen zeige die Autorin die riesige Diskrepanz auf zwischen dem, was veröffentlicht werde, und dem, was einzelne Frauen erleben. Die verlautbarte Banalisierung von Sexualität habe normierenden Charakter und damit erhöhe sich der Druck auf Frauen, zum Beispiel eine durch und durch problemfreie Sexualität zu leben. Gegen den Sexterror von Frauenzeitschriften und Sexratgebern setze Haarmann auf Entspannung, Akzeptanz des eigenen Seins und der eigenen Scham, und Weisheiten aus dem Kamasutra.
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