Ian Morris

Krieg

Wozu er gut ist
Cover: Krieg
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783593397160
Gebunden, 527 Seiten, 26,99 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Ulrike Bischoff, Susanne Kuhlmann-Krieg und Bernhard Josef. "War! What is it good for? Absolutely nothing" - heißt es in einem legendären Antikriegssong. Stimmt nicht, sagt Stanford-Historiker Ian Morris. Seine umfassende Globalgeschichte enthüllt eine ungeheuerliche Wahrheit: Zu allen Zeiten hat Krieg Leben vernichtet - aber auch Innovationen gebracht, Gesellschaften erneuert, Frieden und Fortschritt vorangetrieben. Der Krieg hat etwas Gutes, lautet die kontroverse These vom Meister des "Big Picture". Ist Krieg als Triebfeder des Fortschritts sogar notwendig - auch heute noch? Morris riskiert nicht nur eine provokante Frage, er ist auch in der Lage, sie zu beantworten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.01.2014

Ian Morris mag seine These, dass Krieg nicht unnütz ist, noch so sehr als neu und provokant inszenieren, im Grunde setzt er nur "von jeher bestehende Praxis ins Recht", berichtet Burkhard Müller. Die praktischen und moralischen Argumentationen orientieren sich in utilitaristischer Manier am Glück der größten Zahl, dem durch die größeren Strukturen nur geholfen worden sei, die oft das Ergebnis von Kriegen waren, der imperiale Frieden in verschiedenen Größenordnungen also, erklärt der Rezensent. Die Gegenargumente gegen eine Quantifizierung von Glück und Leid sind bekannt, meint Müller. Spannender findet der Rezensent Morris' Überlegungen über die militärische Zukunft. Der Autor prognostiziert einen "kritischen Flaschenhals der Menschheitsgeschichte", an dessen Ende eventuell dann das Ende aller Kriege stehen könnte, so Müller, der zwar Morris' Befürchtungen, aber nicht dessen Glauben an den Frieden danach teilt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2013

Etwas kurzsichtig scheint Thomas Speckmann die Argumentation, auf die der Historiker Ian Morris sein überraschendes Fazit des Krieges aufbaut. Dass Kriege die Menschheit reicher und sicherer gemacht haben, kann der Autor laut Speckmann nämlich nur behaupten, weil er bei seinem Ritt durch die Kriegsgeschichte recht monokausal vorgeht und parallele Entwicklungen, wie die der Demokratie und der Rechtstaatlichkeit, nicht in den Blick nimmt. Für Speckmann eine etwas zu schlichte Perspektive. Oder doch reine Provokation?