Hugo von Hofmannsthals Briefe gehören zu seinem Werk, doch ohne für die Öffentlichkeit vorgesehen und stilisiert zu sein. Dies charakterisiert auch die Korrespondenz zwischen dem Dichter und der 15 Jahre älteren Gräfin Thun-Salm. Hofmannsthal schätzte ihre Stücke und Erzählungen. Der erhaltene Briefwechsel reicht von 1901 bis 1913. Die Beziehung wurde nach dem Zusammenbruch des Habsburger Reiches wegen eines politischen Disputs abrupt beendet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Ulrich Weinzierl lobt in einer ausführlichen Rezension des Bandes die sehr sorgfältige Edition der Herausgeberin. Ein großer Gewinn liege unter anderem in den kundigen Anmerkungen, die hier geliefert werden und einen Hintergrund nachzeichnen, der in den Briefen selbst höchstens indirekt durchscheint - etwa den des vornehm verschwiegenen Antisemitismus der hochadligen Kreise, in denen sich der "Snob" Hugo von Hofmannsthal bewegte. Zur Gräfin Thun-Salm, die selbst als Dichterin dilettierte, hatte er eher ein distanziertes, höflich werbendes Verhältnis. Im Grunde, so der Rezensent, handelt es sich bei diesem Briefwechsel des großen Korrespondenten Hofmannsthal um eine "wohltemperierte Konversation auf Papier", die dennoch manches Erhellende bringe.
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