Hubertus Buchstein

Demokratie und Lotterie

Das Los als politisches Entscheidungsinstrument seit der Antike
Cover: Demokratie und Lotterie
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN 9783593387291
Kartoniert, 450 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Kann man in der aktuellen Politik bei der Lösung von Problemen das Los zur Hilfe nehmen? Hubertus Buchstein sagt ja und legt dar, dass es seit einiger Zeit eine Renaissance des Loses als Entscheidungsinstrument gibt: So werden Geschworene per Los ausgewählt und das Los entscheidet auch, welche Soldaten für Einsätze rekrutiert werden. Bereits seit der Antike gibt es Losverfahren in der Politik. Dort und auch in den folgenden Jahrhunderten wurden sie vielfältig eingesetzt, bis die Lotterie dann im 18. Jahrhundert aus dem politischen Leben verschwand. Buchstein schlägt damit in seinem Buch einen Bogen von der Antike über das Mittelalter bis in die Gegenwart. Mit Blick auf Debatten zur Reform der Europäischen Union stellt der Autor dar, wie moderne Demokratien vom geschickten Einbau von Losverfahren profitieren können.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.06.2010

Peter Vogt hängt sich mächtig rein, um dem Leser ein bisschen was zu beißen zu geben. Wer Hypotaxen liebt und lässig gestreute Literaturverweise, der ist hier richtig. Wer Vogt folgen kann, wird sicherlich auch mühelos das Buch des Politikwissenschaftlers Hubertus Buchstein begreifen, das sich der Bedeutung von Losverfahren für eine Wiederbelebung unserer Demokratie widmet. Der wird seine theoretische, bis nach Hellas zurückreichende Würdigung des Loses als politisches Instrument zu schätzen wissen. Der wird wie Vogt auf "faszinierende Pointen" stoßen und schließlich verstehen, dass dem Autor eine Institutionalisierung des Zufalls in der Politik vorschwebt, als ein "Schmiermittel" der Demokratie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.09.2009

Anerkennend äußert sich Rezensent Daniel Hildebrand über Hubertus Buchsteins Buch "Demokratie und Lotterie". Der Politikwissenschaftler liefert seines Erachtens nicht nur eine erhellende Geschichte des Losens als Mittel politischen Entscheidens von der Antike bis zur Gegenwart, sondern führt das Thema, das im englischsprachigen Raum schon länger Gegenstand politisch-philosophischer Debatten ist, in die deutsche Diskussion ein. Hildebrand weist darauf hin, dass auch heute schon in vielen Bereichen gelost wird, bei der Zuteilung von Leistungen und Pflichten oder bei Studienplätzen. Der Autor macht für ihn deutlich, dass Los und Wahl sich keineswegs auszuschließen brauchen und in einer guten Kombination der Demokratie sogar nützen können. Insofern sieht er in dem "mutigen Buch" auch ein Plädoyer für die Rationalität des Losverfahrens.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.03.2009

Mit Interesse resümiert Harry Nutt in seiner Rezension Hubertus Buchsteins Abhandlung über das Losverfahren. Buchstein zeichne die Rolle von Losentscheidungen im politischen Leben der Vergangenheit und deren Bedeutungsverlust in jüngerer Zeit nach. Dabei thematisiere er in besonderem Maße die griechische Antike. Buchsteins Analyse der Vorteile des Verfahrens hat Harry Nutt durch ihre Besonnenheit überzeugt: Buchstein zeige auf, dass das Losverfahren neutral und unabhängig von äußeren Einflüssen sei und dadurch etwa der Korruption entgegenwirke. Zudem sei es schnell und unkompliziert und verkürze langwierige Verfahren, fasst der Rezensent zusammen. Und nicht zuletzt betone der Autor, dass es demjenigen, der vom Los benachteiligt wurde, ermögliche das Gesicht zu wahren. Deutlich streicht Nutt heraus, dass Buchstein es auf eine Rehabilitation des Losentscheids im politischen Leben anlege. Gerade in verfahrenen Problemlagen erlaube das auf den ersten Blick irrationale Verfahren einen Ausweg. Am Ende seiner Lektüre zeigt sich Nutt durchaus gespannt auf neue politische Einsätze des Losverfahrens.
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