Holger Schatz, Andrea Woeldike

Freiheit und Wahn deutscher Arbeit

Zur historischen Aktualität einer folgenreichen antisemitischen Projektion
UN-RAST Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783897718050
Broschiert, 204 Seiten, 15,24 EUR

Klappentext

Holger Schatz und Andrea Woeldike untersuchen ausgehend von einer historischen Reflexion des deutschen Arbeitsbegriffs die gesellschaftlichen Abgründe der Projektion einer "raffenden, jüdischen Nicht-Arbeit". Der ideologiekritische Blick ermöglicht nicht nur eine Analyse der Ausschlussmechanismen der Volksgemeinschaft. Er vermag darüber hinaus auch die Kontinuitäten und Veränderungen der "deutschen Arbeit" nach 1945 angesichts des Fortwirkens von Rassismus und Antisemitismus nachzuzeichnen. Die Autorinnen untersuchen dabei den "utopischen" Gehalt des "deutschen, nationalen Sozialismus" als eine Voraussetzung, um die Dynamik des antisemitischen Vernichtungswahns in Ansätzen erschließen können. Dieses Buch richtet deshalb den Fokus auf die Synthese der spezifischen Vorstellung von Arbeit und einer Idee von Freiheit, die in Deutschland immer die "Freiheit vom Fremden" meinte. Am Ort der Vernichtung haben Deutsche ihren Wahn paraphrasiert: "Arbeit macht frei".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2001

Andreas Platthaus zeigt sich nicht besonders überzeugt von der Studie der Autoren über den traditionellen deutschen Antisemitismus, den sie mit dem deutschen Begriff von Arbeit zusammenbringen. Er sieht einen gemeinsamen Ansatz mit Daniel Goldhagen und moniert dieselben "Schwächen", die man diesem schon vorgeworfen hat, nämlich die Verallgemeinerung und die "Entindividualisierung" aller Deutschen zugunsten der These eines traditionellen Antisemitismus. Dennoch lobt der Rezensent zumindest die Ausführungen zum Arbeitsbegriff als "interessante Lektüre", auch wenn ihm das Ganze als ziemlich "hilflose Aktualisierung des Historischen Materialismus" vorkommt.
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