Hermann Parzinger

Die Kinder des Prometheus

Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift
Cover: Die Kinder des Prometheus
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406666575
Gebunden, 848 Seiten, 39,95 EUR

Klappentext

Hermann Parzinger, Prähistoriker und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, bietet ein weltgeschichtliches Panorama der Frühzeit von den Anfängen der Menschwerdung vor 5 Millionen Jahren bis zur Entstehung der frühen Hochkulturen vor wenigen Jahrtausenden. Hermann Parzinger verfolgt in diesem monumentalen, reich mit farbigen Abbildungen und Karten ausgestatteten Werk die Spuren des Menschen vom Australopithecus zum Homo sapiens. Er begleitet ihn auf seinem Weg durch alle Weltteile von dessen Urheimat Afrika über Europa und Asien bis in die Inselwelt der Südsee und auf den amerikanischen Doppelkontinent. Stets nimmt er sich Zeit, die Einflüsse von Klima und Umwelt auf unsere Vorfahren zu erläutern und ihre bewundernswerten Anpassungsleistungen zu würdigen der Eiszeitjäger in Europa wie der Reisbauern am Yangtse, der Bisonjäger in den Great Plains Nordamerikas wie der frühen Hirsebauern in der Sahelzone.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.02.2015

"Fulminant" findet Bernhard Dotzler, was Hermann Parzinger mit diesem Buch zur Vorgeschichte der Menschheit zusammenträgt. Eindrücklich stelle Parzinger hier unter Beweis, dass die Zeit vor Erfindung der Schrift nicht für die Historiografie verloren ist. Dafür beginne Parzinger bei den Hominiden vor sieben Millionen Jahren, zeichne die Besiedlung der Welt durch den Homo Sapiens nach und komme schließlich zu den Anfängen der hochentwickelteren Kulturen. Dabei verfolge er stetig die Generalthese, dass sich der Mensch nicht nur durch Anpassung weiterentwickelt habe, sondern durch eine aktive Verbesserung seiner Lebenswelt. Stark mache Parzinger auch das Feuer, in dessen Beherrschung er die ultimative Kulturtechnik erkenne.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.01.2015

Dass alle immer und überall unterwegs sind auf diesem Planeten, lernt Harald Eggebrecht bei Hermann Parzinger. Der Prähistoriker, der laut Eggebrecht die Spekulation scheut und anstatt auf erzählerische Werte lieber auf wissenschaftliche Nüchternheit und Zurückhaltung setzt, vermag dem Rezensenten mit akademischer Vorsicht einen umfassenden, detaillierten Überblick über die Welt der frühen Menschen zu vermitteln. Eggebrecht erfährt Spannendes über die "Schöninger Speere" des Homo heidelbergensis, über den Speiseplan und die nomadische Lebensweise der Frühzeitmenschen und dass die neolithische Revolution nicht stattgefunden hat. Fesselnd findet der Rezensent das allemal, trotz aller wissenschaftlichen Disziplin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2014

Von wegen neolithische Revolution. Von Gesetzmäßigkeiten, außer den durch einige technische Innovationen bedingten, lässt Hermann Parzingers Universalgeschichte der schriftlosen Menschheit laut Rezensent Ulf von Rauchhaupt nicht viel übrig. Dem Autor vertraut Rauchhaupt dabei nahezu blind, schon weil er keiner Ideologie folgt, sondern nur den Daten. Zeitgemäß, findet der Rezensent. Dass der Band mit Kartenmaterial spart, schmälert für Rauchhaupt nicht den Erkenntnisgewinn. Der Leser müsse nur dranbleiben und ohne Abkürzungen lesen, rät er, schließlich geht es durch fünf Millionen Jahre archäologische Kulturen und dreizehn Weltgegenden, meint Rauchhaupt. Einzige Einwände des Rezensenten: Die Grenze zur Schriftlichkeit bleibt im Buch unreflektiert, ebenso der für den Rezensenten höchst streitbare Beginn mit dem Australopithecus.
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