Israel Finkelstein, Neil A. Silberman

Keine Posaunen vor Jericho

Die archäologische Wahrheit über die Bibel
Cover: Keine Posaunen vor Jericho
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406493218
Gebunden, 381 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Miriam Magall. Bisher diente biblische Archäologie zum Beweis der Heiligen Schrift. Die beiden international renommierten Archäologen drehen den Spieß um und lassen die Ausgrabungen eine eigene Sprache sprechen. Ihr dramatisch neues, archäologisch fundiertes Bild von der Geschichte Israels zwingt zum Umdenken. Der Auszug aus Ägypten, die Einnahme Kanaans, das Großreich unter König David und der Tempelbau in Jerusalem unter König Salomon galten lange auch bei den kritischsten Wissenschaftlern als gesichert. Neueste Ausgrabungen, bisher nur Experten bekannt, zeigen ein ganz anderes Bild: - Den Auszug aus Ägypten gab es ebensowenig wie eine "Landnahme". - Jerusalem unter David und Salomon war ein größeres Dorf - sicher ohne zentralen Tempel und großen Palast. - Der Monotheismus hat sich viel später entwickelt als bisher angenommen ? Das klar und anschaulich geschriebene Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert: Auf die Nacherzählung der biblischen Geschichte folgt jeweils die archäologische Spurensuche. Im nächsten Schritt rekonstruieren die Autoren den tatsächlichen historischen Ablauf, um abschließend zu fragen, wann und warum die Geschichte aufgeschrieben wurde.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

"Und die Bibel hat doch recht" hieß vor mehr als vierzig Jahren Werner Kellers Bestseller. Israel Finkelstein, Direktor des archäologischen Instituts Tel Aviv, ist da ganz anderer Ansicht. Seines Erachtens gibt es keinen archäologischen Beleg für die biblische Geschichte der jüdischen Landnahme. Auch deutet nichts auf die Historizität der Großkönigreiche Davids und Salomons hin. Einen Exodus aus Ägypten wird es wohl niemals gegeben haben. In ihrem Buch "Keine Posaunen vor Jericho" schreiben Israel Finkelstein und der amerikanische Historiker Neil Asher Silberman...
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.11.2002

Hans-Peter Schmidt hat grundsätzlich mit großem Interesse die archäologischen Ergebnisse über den historischen Wahrheitsgehalt der Bibel zur Kenntnis genommen. Kenntnisreich fasst der Rezensent einige Resultate der Archäologen zusammen, wie zum Beispiel die Beweisführung, dass die Josephsgeschichte kaum vor dem Jahr 800 v. u. Z. geschrieben worden sein könne, weil erst zwischen 700 und 600 die dort genannten Karavanengüter Harz, Balsam und Myrrhe einen Wert als Ware hatten. Des weiteren werde durch die Autoren überzeugend nachgewiesen, dass Jerichos Mauern durch die Posaunen Joshuas nicht zum Einsturz gebracht werden konnten, weil Jericho zu der Zeit ein kleines Dorf ohne Stadtmauern war, so der Rezensent fasziniert. Diese und weitere Beispiele zählt Schmidt als "plausible Thesen" auf. Überhaupt findet er die Ausführungen, die sich auf tatsächliche Ausgrabungen beziehen, sehr überzeugend und "spannend" zu lesen, dazu noch "sorgsam übersetzt". Was ihn allerdings stört ist die "Selbstsicherheit der exakten Wissenschaft", mit der die Autoren insbesondere die These vorstellen, die Bücher Mosis seien das propagandistische Werk einer einzigen "politischen Clique". Hier vermisst der Rezensent "wissenschaftliche Aufrichtigkeit" und er sieht damit die "unzweifelhaften Qualitäten" der Studie beschädigt.
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