Da es kaum Schriftzeugnisse aus germanischer Zeit gibt, behilft sich die historische Forschung auch schon mal mit Runensteinen aus Schweden, die immerhin mit Bildreliefs versehen sind, behauptet Wolfgang Müller. Doch nicht jeder alte Stein kann so ohne weiteres zum "germanischen Erbe" erklärt werden, weiß Müller nun nach Lektüre von Uta Halles aufschlussreichem Buch über groß angelegte Grabungen der Nationalsozialisten, die mit Hilfe der sogenannten "Externsteine" ein germanisches Nationalheiligtum und eine Weihestätte im Teutoburger Wald schaffen wollten, für das sie eine passende Identität zurechtzuschneidern versuchten. Uta Halle ist Archäologin, lässt Müller einfließen; sie habe herausgefunden, dass ihre wissenschaftlichen Kollegen der nationalsozialistischen Interpretation diesbezüglich kaum Widerstand entgegengesetzt hätten.
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