Jörg Rüpke

Zeit und Fest

Eine Kulturgeschichte des Kalenders
Cover: Zeit und Fest
C.H. Beck Verlag, München 2006
ISBN 9783406542183
Gebunden, 256 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Mit 19 Abbildungen. Im Anfang war der Kalender - und zwar in Gestalt des Mondkalenders. Er bot unseren Vorfahren die Möglichkeit, ihr durch den Ackerbau bestimmtes Jahr angemessen zu organisieren. Je weiter sich die Menschheitskultur entwickelte, um so mehr wuchs das Unbehagen an diesem Zeitgeber. Das Mondjahr musste dem Sonnenjahr weichen, doch selbst dieses musste noch nachjustiert werden. Feste wollten exakt im Jahreskreis fixiert, Gerichtstermine bestimmt, Zinstermine festgelegt sein. Nicht zuletzt die Religion verlangte nach zuverlässig bestimmbaren Daten, um den kultischen Verpflichtungen nachzukommen und die Götter nicht zu verstimmen. Herrschaft über die Zeit bedeutete zudem stets auch Herrschaft über die Menschen, ja sogar über ihr Bewusstsein - und das wurde den Mächtigen bald bewusst. So macht dieser Band auch deutlich, weshalb es wichtig war, dieses Instrument unter Kontrolle zu bekommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2006

Mit diesem Buch über die Geschichte des Kalenders geht Erwin Seitz hart ins Gericht. Schon gleich zu Anfang geht ihm der offenbar bemüht originelle Ton von Jörg Rüpke auf die Nerven. Eine Fülle von Themen und wissenschaftlichen Diskursen werde in diesem Buch aufgegriffen, aber kaum je ausgeführt, meckert der Rezensent weiter, der bei den vielen Einzelpunkten übergreifende Themenschwerpunkte vermisst. Auch sprachlich genügt das Werk nicht den Ansprüchen Seitz', er beklagt Schachtelsätze, ungelenke Genitivkonstruktionen und Wortdrechseleien. Verschiebungen in den Kalendern von der Antike bis zur Gegenwart im Verhältnis zu Alltags- und Festtagen, religiösen oder politischen Gedenktagen werden bei Rüpke zwar benannt, deren Bedeutung aber nirgends reflektiert, so der enttäuschte Rezensent, der diesem Buch sogar zutraut, den guten Ruf des Beck-Verlags zu schädigen.
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