Mit 95 farbigen Abbildungen. Aus dem Englischen von Claudia Theis-Passaro. Mit einem Vorwort von Desmond Morris und einer Kurzgeschichte von Peter Verhelst. Was wäre, wenn sich die Natur einst von Menschen bewohnte Orte zurückerobert? Was, wenn Tiere die einzigen Überlebenden auf unserem Planeten wären? Henk van Rensbergen geht dieser Vision nach und fotografiert seit vielen Jahren verlassene Orte wie Szenen aus einem postapokalyptischen Film. Palazzi, ehemalige Fabriken und leerstehende Krankenhäuser werden dabei zu einer faszinierenden Gegenwelt, in der sich Tiere und die Natur das zurücknehmen, was der Mensch besetzt hatte. Durch die Rückeroberung der Natur und die Komposition der Bilder strahlen die stillgelegten Plätze eine meditative Ruhe aus, ohne Hektik und Lärm. Dabei bewegt sich das Sichtbare permanent zwischen Utopie und Wirklichkeit - verstörend und zum Nachdenken.
Begleitet werden die bizarren Fotografien von Gedanken des Verhaltensforschers Desmond Morris sowie einer eigens für dieses Buch verfassten Kurzgeschichte des flämischen Schriftstellers Peter Verhelst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.07.2018
Rezensent Jonas Lages findet die Fotografien des Belgiers Henk Van Rensbergen bei all ihrer Düsterheit auch anregend. Die in die Ruinen der Konsumgesellschaft montierten Tiere sehen ihn mit dem Blick der Kreatürlichkeit an und verraten ihm etwas über das Identitätsraubende unserer Zivilisation. Die Kuh in der heruntergekommenen Mall und der Schimpanse im Krankensaal lassen Lages allerdings auch kleine Fabeln ersinnen. Ganz und gar nicht naturalistisch mit ihren harschen Kontrasten und satten Farben bergen die Montagen für ihn auch Mini-Erzählungen, digitale Märchen aus einer Welt ohne Menschen - auf Kosten des Effekts der Evidenz allerdings, meint Lages.
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