Judith Vanistendael

Kafka für Afrikaner

Abou und Sofie
Cover: Kafka für Afrikaner
Reprodukt Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783941099425
Kartoniert, 152 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Die 19-jährige Belgierin Sofie kommt aus einem wohlsituierten und weltoffenen Elternhaus. Doch als Sofie ihren Eltern ero ffnet, sie habe sich in einen jungen Togolesen ohne Aufenthaltsgenehmigung verliebt, findet sich die Familie in einem Chaos aus Verlusta ngsten, Vorurteilen und den bürokratischen Albträumen des Asylsystems wieder...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.02.2012

Sven Jachmann macht im Comic von Judith Vanistendael zwei große, ganzseitig präsentierte "Erschütterungen" aus, wo die Sprache nicht mehr hinreicht und die belgische Comiczeichnerin die Bilder sprechen lässt. Ansonsten erzählt sie in ihrem Debütwerk in geordneten Bildtafeln von Sophie, die sich in den politischen Flüchtling Abou aus Togo verliebt, worauf sich deren  bürgerlich-liberale Eltern mit dem "Fremden" schlechthin konfrontiert sehen, wie uns der Rezensent mitteilt. Der Mann aus Togo erweist sich dabei vor allem als Projektionsfläche für Vorurteile, Ressentiments und Ängste, Vanistendael geht es vor allem darum, Behördenirrsinn und alltäglichen Rassismus zu zeigen. Bei Jachmann kann die Zeichnerin aber dennoch nicht richtig landen, zu "bieder" ist ihm die Darstellungsweise und irgendwie ist ihm auch das ungläubige Entsetzen, das die Autorin auch den Lesern vermitteln will, etwas zu weltfremd.
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