Wir Menschen durchleben Leid, wie wir Glück erleben: Als körperliche Wesen erleiden wir unsere Natur, als denkende Personen leiden wir an unserer Existenz und als soziale Individuen leiden wir unter unseren Verhältnissen. Sei es, dass wir schwer krank werden, alles sinnlos finden oder uns ungerecht behandelt sehen. Vor allem aber muss der Mensch leiden, weil er unvermeidliches Leiden meist nicht anzunehmen weiß und da er unannehmbares Leiden oft nicht vermeiden will. Mit umfassenden literarischen Bezügen von Schopenhauer über Freud bis Jaspers zeigt Baas in seiner Anthropologie des Leidens, warum unser Leben immer auch Leiden bedeutet und wo wir Wege aus dem Leiden einzuschlagen vermögen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2008
Laut Katharina Bahlmann erfüllt der Band die eigenen Ansprüche nicht. Zwar gelingt es dem Autor Helge E. Baas, menschliches Leiden systematisch aus verschiedenen Perspektiven und Forschungsansätzen heraus zu beschreiben, eine tiefer gehende, philosophische Erfassung des "Leidensthemas" jedoch kann Bahlmann nicht erkennen. Dazu gehörte für sie auch die genauere Erläuterung, worin ein verantwortungsvoller Umgang mit Leiden bestehen kann, den Baas als menschliche Herausforderung schlechthin bezeichnet. Betreffend die vom Autor aufgelisteten Leidensursachen und -wirkungen, vermisst Bahlmann Differenziertheit. Der Ton, den sie hier vernimmt, klingt ihr zu sehr nach Alltagspsychologie.
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