Aus dem Englischen von Anne Rademacher. Gleichbleibend schön und makellos blau ist der Himmel über Tasmanien, wild und von surrealer Schönheit die Landschaft. Menschen sind Fremdkörper in diesem Paradies, "schutzlose weiße Körper, die wie Krabben langsam ihrer Vernichtung entgegen kriechen". Fremd wirken auch die bunten Holzbungalows, die in den Dünen stehen. Und fremd in ihrem Leben ist die Erzählerin, junge Ehefrau und Mutter wider Willen, die sich durch die endlos langen Tage treiben lässt. Während die anderen Mütter plaudernd am Strand sitzen, bleibt sie im Haus, liest, döst und beobachtet die neue Nachbarin, die sich stundenlang um ihren Rasen kümmert. Nur dienstags und donnerstags erwacht sie aus ihrer Erstarrung. Dann stiehlt sie sich aus ihrem idyllischen Familiengefängnis und wirft sich dem Restaurantbesitzer Jonathan und dem exzentrischen Künstler Ben in die Arme. Als diese kleinen Fluchten ihr versperrt werden, sieht sie rot.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2012
Ganz hingerissen ist Rezensentin Sandra Kegel von Helen Hodgmans bereits im Jahre 1976 erschienenen und nun endlich exzellent ins Deutsche übersetzten Debütroman "Gleichbleibend schön". Erzählt wird die Geschichte einer jungen Mutter, die versucht, ihrem apathischen Dasein in der Isolation einer australischen Vorstadtsiedlung durch fatale Liebesabenteuer zu entfliehen. Der Kritikerin erscheint diese Erzählung einer "modernen Madame Bovary von down under" als äußerst aktuelle Geschichte der weiblichen Unterforderung in einer Kleinfamilie. Fasziniert liest sie nicht nur Hodgmans ebenso verzaubernde wie "subtile" Beschreibungen der tasmanischen Landschaft, sondern lässt sich auch von den erschütternden und verworrenen emotionalen Beziehungen bis zur letzten Seite in den Bann ziehen. Und so kann Kegel diesen "düster funkelnden" Roman nur unbedingt empfehlen.
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