Heinz Mode

Fabeltiere und Dämonen

Die Welt der phantastischen Wesen
Cover: Fabeltiere und Dämonen
Koehler und Amelang Verlag, Leipzig 2005
ISBN 9783733803346
Gebunden, 303 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Phantastische Mischwesen bevölkern die Welt der Kunst seit der Frühzeit: Stiermenschen, Sphinxe, Schimären, Einhörner, Kentauren und Phönixe. In den Texten der illustrierten Monografie wird dieses komplexe Universum in seinem ikonografischen Zusammenhang untersucht. Die ausgewählten Beispiele vermitteln einen lebendigen Eindruck davon, was sich die menschliche Phantasie ausgedacht und in Bildern gestaltet hat. Engel und Teufel, Dämonen und Genien, Riesen und Zwerge, feuerspeiende Drachen und heldentragende Flügelrosse - für Künstler wie Picasso, Goya und Bosch waren sie eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Über 250 Abbildungen illustrieren das Universum der Fabeltiere und Dämonen. Gezeigt werden Skulpturen, Gemälde europäischer und außereuropäischer Meister, Beispiele der Buchmalerei, indische Thangkas, tibetische Gottheiten, indianische Masken, Zeichnungen und Grafiken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.04.2006

Als "Klassiker" würdigt Rezensentin Julia Voss dieses Buch des Archäologen und Orientalisten Heinz Mode über die Welt der wundersamer Mischwesen, das nun in einer Neuausgabe vorliegt. Sie hebt das weite Spektrum des Buchs hervor, das geografisch von China bis Nürnberg, historisch von den Ägyptern bis 1900 reicht. So behandle Mode den elefantenköpfigen Gott Ganesha ebenso wie die Kentauren der Griechen und die fischschwänzigen Melusinen Mitteleuropas. Überraschend findet Voss dabei den Schluss Modes, die Mischwesen tauchten vor allem in entwickelten Hochkulturen auf, selten in den Frühphasen von Gesellschaften. Wie sie erläutert, deutet der Autor das vermehrte Erscheinen der Mischwesen als "Prozess der Rationalisierung, des Greifbarmachens, des Sichtbarmachens". Demnach seien Mischwesen gerade nicht okkult, sondern das Endstadium kurz vor der Entzauberung. "Die Theorie hat den Charme", meint die Rezensentin diesbezüglich, "dass sie den Bogen bis ins neunzehnte Jahrhundert spannen kann, wo Mode sie auf Karikaturen anwendet".