Matthias Beck

Mensch - Tier - Wesen

Zur ethischen Problematik von Hybriden, Chimären, Perthenoten
Cover: Mensch - Tier - Wesen
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2008
ISBN 9783506766670
Kartoniert, 342 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Das erste Mensch-Tier-Wesen ist in England hergestellt worden. In die entkernte Eizelle einer Kuh wurde der Zellkern einer menschlichen Zelle implantiert. Das auf diese Weise nach der Dolly-Methode geklonte Wesen lebte drei Tage. Es ist ein geklonter Hybrid und enthält in jeder Zelle ein gemischtes Genomaus menschlichen und tierischen Genen. Damit ist erstmals in der Geschichte die Speziesgrenze zwischen Mensch und Tier überschritten worden. Womöglich kann man auch tierische Eizellen mit menschlichem Samen befruchten oder menschliche Eizellen mit tierischem. All dies dient der Gewinnung embryonaler Stammzellen. Neben diesen Hybriden, die in jeder Zelle ein Mischgenom tragen, gibt es auch Chimären. Dies sind Lebewesen, die Zellen eines anderen Lebewesens in sich tragen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.12.2010

Für Michael Pawlik enthält Matthias Becks "ontologische Argumentation" um die Recht- beziehungsweise Unrechtmäßigkeit der Vernichtung menschlicher Embryonen zwar Fehler, seine ethischen Schlussfolgerungen aber will er trotzdem gelten lassen. So findet der Rezensent die ontologische Unterscheidung, die der Wiener Theologe und Mediziner zwischen ANT-Klonen (menschliche, allerdings nur mit halbem Chromosomensatz ausgestatteten Zellkerne, die man entkernten Kuhzellen zur Stammzellenerzeugung eingepflanzt hat) und Parthenoten (spezielle für die Stimulation weiblicher Eizellen entwickelte Wesen) nicht plausibel. Wenn man die Ausführungen allerdings nicht als "Beitrag zu einer Ontologie der neuen Lebensformen", sondern als "ethische Reflexion" liest, können sie überzeugen, findet Pawlik. Deshalb geht die Klugheit des Buches in seinen Augen auch über die des "ohnehin schon beeindruckend klugen" Autors hinaus, wie er lobt. Diese Einschätzung verwundert insofern ein wenig, als dass der Untertitel selbst nachdrücklich die ethische und nicht die ontologische Dimension des Themas in den Vordergrund stellt.
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