Heinrich August Winkler

Deutungskämpfe

Der Streit um die deutsche Geschichte
Cover: Deutungskämpfe
C.H. Beck Verlag, München 2021
ISBN 9783406774058
Gebunden, 278 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Bis heute ist die deutsche Geschichte ein Terrain, auf dessen Boden gern auch politische Konflikte ausgetragen werden: Gibt es einen deutschen Sonderweg? Kommt Deutschland eine größere Verantwortung für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu als anderen Nationen? Wie konnte es zum Aufstieg Hitlers, der nationalsozialistischen Machtergreifung und dem Holocaust kommen? So lauten nur einige der Fragen, zu denen auch Heinrich August Winkler immer wieder öffentlich Stellung genommen hat. Seine glänzend geschriebenen Essays, die hier in einer Auswahl versammelt sind, haben diese "Deutungskämpfe" über fünf Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2021

Rezensent Ulrich Schlie ist enttäuscht. Dem Historiker Heinrich August Winkler geht es in seinem Buch keineswegs um die großen Deutungskämpfe in den Geschichtswissenschaften nach dem Krieg, wie etwa die Debatte um die Kriegsschuld oder um den Historikerstreit. Winkler nutze die Gelegenheit vielmehr, noch einmal alle die zu kritisieren, die seine These vom deutschen Sonderweg, der schließlich in den Nationalsozialismus führte, nicht teilen. Namentlich schießt Winkler dabei gegen Oliver Haardt und Hedwig Richter sowie Dominik Geppert, Sönke Neitzel, Cora Stephan und Thomas Weber, erklärt Schlie, dem die Aggressivität Winklers missfällt. Er liest hier offenbar weniger von Deutungskämpfen, als von Kämpfen um Deutungshoheiten innerhalb einer "selbstreferenziellen, sich befehdenden Zunft".

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 20.09.2021

Rezensent Hans von Trotha findet lobende Worte für den neuen Band "Deutungskämpfe" von Heinrich August Winkler. Der Historiker behandelt darin in Blöcken und thematisch sortiert einen Teil diverser Deutungskämpfe um die deutsche Geschichte, von der Fischer-Kontroverse über den Historikerstreik bis zum Clark-Effekt, wie Trotha beschreibt. Wünschenswert deutlich und pointiert formuliert findet Trotha den Band. Die Bemühungen des Autors werden für ihn deutlich und auch, wenn er Winklers Ansichten nicht immer zustimmen möchte, so hilft das Geschriebene doch ungemein bei der Meinungsbildung, schließt der Rezensent.

Beliebte Bücher

Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…
Eva Menasse. Alleinruhelage - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Eva Menasse: Alleinruhelage
Nach dem Ende der Ehe steht eine Frau mit ihrem Wochenendhaus plötzlich allein da. Hier hat sie einst mit der Familie die Idylle gesucht und will nun den Neuanfang wagen.…
Dörte Hansen. Broder - Roman. Penguin Verlag, München, 2026.Dörte Hansen: Broder
"Es zählt nur einer auf dem Hof, das ist der Sohn, der bleibt. Aber die anderen, die übrig sind, die zweiten, dritten, vierten Söhne und die Töchter, die nicht zählen, bleiben…