Ein philosphisch-politischer Traktat. Beim Streit um die Entschädigung für NS-Zwangsarbeiter, bei Debatten über Denkmäler, bei der Frage des Umgangs mit den Stasi-Akten - immer geht es auch um Geschichtspolitik, um die Instrumentalisierung der Geschichte für politische Zwecke. Edgar Wolfrum schildert den Wettstreit der Erinnerungen und den politischen Kampf um Geschichtsbilder vom Kaiserreich bis zum wiedervereinigten Deutschland.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.01.2002
Nichts geringeres als die ontologische Struktur des Krieges freizulegen, um einen kleinen Beitrag zur Vermeidung von Krieg zu leisten, will der Heidelberger Philosoph Heimo Hofmeister mit seinem kurzen Band "Der Wille zum Krieg oder die Ohnmacht der Politik", den Tim B. Müller rezensiert. "Fein säuberlich" unterzieht Hofmeister darin die Theorien des Krieges von Cicero bis Clausewitz einer kritischen Analyse, um schließlich seine eigene Theorie, Krieg als Negation, als Ohnmacht des Politischen zu etablieren. Der Leser hat allerdings erstmal einiges zu verkraften, ärgert sich der Rezensent, den "gesamten Psychologismus oder Biologismus oder Konstruktivismus oder Kulturalismus oder Historismus", den Hofmeister auffährt, "muss der Leser hinunterschlucken". Dies bleibt dann allerdings auch der einzige Kritikpunkt Müllers an Hofmeisters Philosophie des Krieges. Lässt man sich als Leser nämlich auf den Autor ein, freut sich der Rezensent, so wird er "zunehmend reich belohnt".
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