Die Romane Jakob Wassermanns "Das Gänsemännchen", "Der Fall Maurizius" und "Etzel Andergast" begeistern im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts die Leserschaft mindestens ebenso wie die Romane eines Lion Feuchtwanger oder Thomas Mann. Jakob Wassermann, weil jüdischer Herkunft, wird allerdings als Erfolgsautor von der antisemitischen Literaturkritik nicht anerkannt. Vielmehr werden ihm die Eigenschaften eines guten deutschen Schriftstellers abgesprochen. Unter den permanenten antisemitischen Angriffen bereits vor 1933 resigniert Jakob Wassermann und stirbt mit 61 Jahren in Altaussee in Österreich. Diese literaturwissenschaftliche Arbeit beschreibt die antisemitische Literaturpolemik gegen Jakob Wassermann und weist nach, dass seine Werke in ständiger Auseinandersetzung mit diesen antisemitischen Stereotypen entstanden sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2006
Heike Lindemann-Luikens Buch über die antisemitischen Angriffe auf den bis 1933 äußerst erfolgreichen Romancier Jakob Wassermann und seine Reaktionen darauf lobt Ludger Heid als erhellend und verdienstvoll. Von Wassermanns Roman "Christian Wahnschaffe" erschien 1933 die 107. Auflage, "Gänsemännchen" verkaufte sich knapp 300 000 Mal. Insbesondere, dass der Autorin gelungen sei, die Komplexität der Wechselwirkungen zwischen der antisemitischen, "pseudowissenschaftlichen" Kritik, die das deutsche Feuilleton der Weimarer Republik gegen Wassermann in Stellung brachte, und Wassermanns Erwiderungen darauf gründlich zu analysieren, findet die Anerkennung des Rezensenten.
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