Herausgegeben von Jörg Schuster unter Mitarbeit von Janna Brechmacher. Mit zahlreichen Fotos von Kessler, u. a. von Maillol und seinen Modellen. Graf Kessler tritt als Leiter des Großherzoglichen Museums für Kunst in Weimar zurück. Er schildert Eindrücke und Personen auf seinen Reisen zwischen Paris, London, Berlin und Weimar und detailliert eine Griechenlandreise mit Hofmannsthal und Aristide Maillol. Die Pläne für ein gigantisches Nietzsche-Denkmal in Weimar werden erörtert. Politik (so die Affäre um den Berliner Polizeipräsidenten von Jagow) und Kulturleben (so Diaghilews 'Ballets Russes') spielen auch in diesen Aufzeichnungen die herausragende Rolle. Und schon ein flüchtiger Überblick über Kesslers Begegnungen, die er in diesem Band schildert, weckt die äußerste Neugier. Der Leser begegnet Sarah Bernhardt, Pierre Bonnard, Edward Gordon Craig, Gabriele d'Annunzio, Eleonore Duse, Maximilian Harden, Walther Rathenau, Max Reinhardt, Rainer Maria Rilke, Auguste Rodin, George Bernard Shaw, Richard Strauss, Carl Sternheim, Igor Strawinsky und anderen.
Im Perlentaucher:
Rezension Perlentaucher
Harry Graf Kessler (1868-1937) hat Tagebuch geführt. Von 1880 bis 1937. Harry Graf Kessler gehörte zur europäisch-amerikanischen Elite seiner Zeit. Er kannte fast jeden, der in Politik, Wirtschaft und Kultur eine Rolle spielte. Er kannte die, die das Sagen hatten, und er kannte die, deren Bedeutung erst die Nachwelt erkannte. Er war ein Förderer zeitgenössischer Kunst und Literatur, und er war selbst ein Künstler und Literat. Es gibt in Deutschland keinen Autor, dessen Tagebücher mit den seinen zu vergleichen sind. Das hat zwei Gründe: Es gibt keinen Autor, dessen Leben auch nur annähernd mit dem Kesslers zu vergleichen wäre. Kesslers Schriftstellerdasein ging fast ganz in die Arbeit an den Tagebüchern. Hier ist zu beobachten die glückliche, auf fast jeder Zeile anregende Verbindung einer niemals ermüdenden Neugier auf die Welt und ihre Interpretation mit der von der eigenen Wahrnehmungslust begeisterten Formulierungsfreude eines Autors, der zu reich war, um wirklich Schriftsteller zu werden... Lesen Sie mehr in Arno Widmanns 'Vom Nachttisch geräumt'
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