Günter Erbe

Der moderne Dandy

Cover: Der moderne Dandy
Böhlau Verlag, Köln - Weimar - Wien 2017
ISBN 9783412507152
Gebunden, 351 Seiten, 29,99 EUR

Klappentext

Mit 25 SW-Abbildungen. Oscar Wildes Worte, die Zukunft gehöre dem Dandy, scheinen sich in der modernen Mediengesellschaft zu bewahrheiten. Namentlich in den Bereichen von Kunst, Mode und Design ist der Dandy wieder gefragt. Doch sind die modischen Trendsetter der Postmoderne wirklich Dandys? Günter Erbe gelingt es, dem inflationären Gebrauch des Wortes "Dandy" in der Öffentlichkeit eine substanzhaltige Bestimmung des Phänomens entgegenzustellen, das Angemaßte, falsch Etikettierte zu entlarven und dem entleerten Begriff seine eigentümliche Bedeutung zurückzugeben. Der Kulturwissenschaftler verbindet soziologische Analyse und geistesgeschichtliche Reflexion mit Porträtskizzen von Personen, die in unterschiedlicher Gewichtung und Konnotation ein modernes Dandytum repräsentieren: Harry Graf Kessler, Cecil Beaton, Hugo Ball, Francis Picabia, Jacques Vaché, Balthus, Hans Werner Henze, Fritz J. Raddatz, Andy Warhol, David Bowie, Sebastian Horsley, Karl Lagerfeld u.a.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.03.2017

Dandy sein ist nicht leicht, wer es versucht, hat schon verloren, weiß Rezensentin Judith von Sternburg nach der Lektüre des Nachfolgebands von "Dandys - Virtuosen der Lebenskunst". Zu viel vom einen, etwa Engagement, zu wenig vom anderen, zum Beispiel Stil, und schon ist aus dem Dandy ein Snob, ein Geck, ein Popper oder Parvenü geworden, lesen wir. In "Der moderne Dandy" gibt Günter Erbe eine scharfe Definition dieses schwer zu fassenden Typus, die auch als kleiner Leitfaden zum richtigen Stil gelesen werden kann, merkt Sternburg an, wobei der Autor seine Begriffe stets an einer "verblüffenden" Auswahl an Porträts überprüfe. Für die Rezensentin ist Erbes "erfrischend sympathisierendes" Buch daher auch ein Füllhorn interessanter, fast in Vergessenheit geratener Geschichten und Persönlichkeiten. Denn der Dandy, das ist das Tragische an dieser Figur, nimmt sein Werk immer mit ins Grab, sonst wäre er kein echter Dandy, so die amüsierte Rezensentin.